Melanie Schulze berichtet

Wesendorfer Tagesmutter über die Notbetreuung: Der Teddybär muss vorerst weg

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Auch Tagesmütter leiten aktuell Notbetreuungen für Eltern, die beide in systemrelevanten Berufen arbeiten. Eventuell schon nächste Woche könnte die Betreuung aber bereits wieder in vollem Umfang erfolgen.

Wesendorf – Die Betreuung kleiner Kinder ist generell schon eine anspruchsvolle Aufgabe – in Corona-Zeiten umso mehr. Melanie Schulze betreibt eine Großtagespflege in Wesendorf. Zurzeit kümmert sie sich um zwei Kinder in Notbetreuung.

„Das bedeutet, dass beide Elternteile der Kinder in systemrelevanten Berufen tätig sind“, erklärte Schulze im IK-Gespräch. „Außerdem gibt es auch Regelungen für Alleinerziehende. “ Die Tagesmutter spricht am Telefon leise und sanft, denn gerade schlafen die Kinder.

Melanie Schulze, Tagesmutter.

Auch in der Tagespflege gelten verschärfte Hygienevorschriften. „So sollen die Eltern die Betreuungsräume nicht betreten“, führt Schulze aus. „Sie übergeben uns die Kinder an der Eingangstür.“

Andere Aspekte hingegen lassen sich bei der Betreuung von Kindern bis zu drei Jahren schwieriger oder auch überhaupt nicht umsetzen. „Social Distancing ist mit den Kindern beispielsweise gar nicht möglich“, erklärt Schulze. „Die Kinder können das nicht verstehen und wollen nun mal auch kuscheln.“ Auch das Tragen von Masken habe sich als schwierig erwiesen. „Wir hatten es anfangs probiert, allerdings hat es die Kinder sehr schnell sehr verstört.“

Auf Hygiene wird natürlich großes Augenmerk gerichtet. „Wir wischen alle Oberflächen regelmäßig und gründlich ab“, erklärt die Wesendorferin. „Wir können dabei aber kein zu scharfes Desinfektionsmittel verwenden, da die Kinder die Flächen anfassen und dann die Finger in den Mund stecken könnten.“ Sie versuche sowieso zu verhindern, dass sich die Kinder den Finger in den Mund stecken, dennoch müsse man auch bei Desinfektionsmitteln vorsichtig sein. „Wir haben auch die Kuscheltiere vorerst aussortiert und geben den Kindern momentan lieber Bauklötze oder andere Spielsachen, die sich leicht und gründlich reinigen lassen.“

In welchem Rahmen der Betrieb der Großtagespflege ab 11. Mai weiterlaufen darf, steht für Schulze noch nicht fest. Mit einer entsprechenden Information durch das DRK rechnet sie in den nächsten Tagen. „Klar, es macht einen großen Unterschied, ob man zwei oder acht Kinder betreut“, sagt Schulze. „Aber wir fühlen uns gut aufgestellt und vorbereitet.“

VON DENNIS KLÜTING

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