Ziel: Gleiche Rechte und Anerkennung

Wesendorfer Grundschulleiter im Vorstand von jungem Verband

Grundschulen wie die in Wesendorf werden aus Sicht des LNGS etwa beim Digitalpakt benachteiligt. Der Verband, in dessen Vorstand Schulleiter Jörg Bratz mitwirkt, möchte dies ändern.
+
Grundschulen wie die in Wesendorf werden aus Sicht des LNGS etwa beim Digitalpakt benachteiligt. Der Verband, in dessen Vorstand Schulleiter Jörg Bratz mitwirkt, möchte dies ändern.
  • Dennis Klüting
    VonDennis Klüting
    schließen

Wesendorf – Gleichstellung der Grundschulen mit anderen Schulformen und Anerkennung der Arbeit der Lehrkräfte und der Schulleitungen: Dies sind zwei der Ziele, die sich der neue „Leitungsverband Niedersächsischer Grundschulen“ (LNGS) gesetzt hat.

Jörg Bratz, Leiter der Wesendorfer Grundschule am Lerchenberg, gehört zu den Gründungsmitgliedern des neuen Verbandes und wurde nun in den Vorstand gewählt.

„Wir sehen uns nicht in Konkurrenz zu anderen Verbänden für Schulleitungen“, erklärte Bratz. Stattdessen möchte der LNGS möchte jenen Grundschulleitungen eine Heimat geben, die ihre Interessen in den bereits bestehenden Verbänden nicht ausreichend vertreten sehen.

Die zunehmende Arbeitsbelastung und die mangelnde Anerkennung sei der Hauptgrund dafür, dass rund 200 Stellen für Grundschulleitungen in Niedersachsen nicht besetzt werden können. „Die Grundschulleitungen im Land müssen beispielsweise deutlich mehr Zeit für den eigenen Unterricht vor Schulklassen aufbringen, als ihnen für Leitungs- und Verwaltungsaufgaben zur Verfügung steht“, führte Bratz aus.

„Dabei werden die Verwaltungsaufgaben entgegen der Ankündigungen des Kultusministeriums aber mehr.“ Deshalb sei ein Schwerpunkt des LNGS die Ausarbeitung des Berufsbildes „Grundschulleitung“, denn Grundschulleitungen werden, im Gegensatz zu Leitungen der Schulen im Sekundarbereich, auch heute noch als Lehrkräfte mit Leitungsaufgaben betrachtet.

Der LNGS möchte darüber hinaus auch die Anerkennung der Leistung von Lehrkräften erhöhen, So trügen sie die Hauptlast der Inklusion im niedersächsischen Schulsystem, da im Primarbereich keine Förderschule existiere. Ob Kinder mit Behinderungen, mit Sprachförderbedarf oder mit herausforderndem Verhalten: In der Grundschule werden die Grundlagen für den weiteren Schulbesuch bereits in zahlreichen Gesprächen mit Eltern, Förderschulen, Jugendamt oder Therapeuten gelegt.

„Diese Arbeit leisten Grundschullehrkräfte und Grundschulleitungen, also jene, die im niedersächsischen Schulsystem auf der Gehaltsskala unten stehen und die höchste Unterrichtsverpflichtung haben, quasi nebenbei“, kritisiert Bratz. Beim Digitalpakt dürfen Grundschulen nur die Hälfte der Mittel beantragen, die weiterführenden Schulen zur Verfügung gestellt werden – für den LNGS „völlig unverständlich“.

Der LNGS will den Interessen und Belangen der Grundschulen und deren Leitungen eine gewichtige Stimme geben. „Und wir sind bereits wirksam“, erklärte Bratz. „So hat der LNGS in der Zusammenarbeit mit anderen Verbänden in Gesprächen im Kultusministerium bewirkt, dass die Umsetzung eines umstrittenen Erlasses für pädagogische Mitarbeiter verschoben wurde.“

VON DENNIS KLÜTING

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare