Einstimmiges Votum des Schulausschusses / Fahrstuhl muss gebaut werden / Wahlrecht bleibt bei den Eltern

Wesendorfer Grundschule wird „inklusiv“

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Die Grundschule am Lerchenberg in Wesendorf soll eine Schwerpunktschule werden. Dazu ist es nötig, einen Fahrstuhl einzubauen, um auch die oberste Etage zu erreichen.

Wesendorf. Bleibt es beim dreigliedrigen Schulsystem? Gibt es eine Chance für eine IGS in Wesendorf? Diese Fragen warf Samtgemeindebürgermeister Walter Penshorn bei der Schulausschusssitzung der Samtgemeinde am Mittwochabend auf.

Ein Regierungswechsel in Hannover bringe auch Veränderungen für den Landkreis Gifhorn mit sich.

Deswegen, so Penshorn, müsse die Samtgemeinde wachsam bleiben – auch im Hinblick auf das Thema Inklusion. „Das Land will sich der Herausforderung der Inklusion stellen und sagt, dass es für die Kommunen unbedeutend sei, aber das sehe ich ganz anders“, sagte Penshorn.

Der Ausschussvorsitzende Herbert Pieper (CDU) informierte die Mitglieder, dass „wir als Schulträger inklusive Schulen vorhalten müssen“. Eine Schwerpunktschule müsse ab dem Schuljahr 2013/2014 eingerichtet sein (das IK berichtete). Dafür eigne sich zunächst die Grundschule am Lerchenberg in Wesendorf, da diese von den baulichen Maßnahmen her auf dem neuesten Stand sei. Lediglich ein Fahrstuhl müsse eingebaut werden, um die obere Etage zu erreichen. Außerdem scheine der Weg zu dieser Schule problemlos, denn Wesendorf liege zentral, und der Transport der Schüler sei somit gesichert.

Der Leiter der Wesendorfer Grundschule, Jörg Bratz, verwies darauf, dass nicht zwingend alle Kinder aus der Samtgemeinde, die eine Beeinträchtigung haben, zum Lerchenberg kommen müssen: „Sie können, soweit möglich, auch in ihrem Heimatort die Schule besuchen – wenn die Voraussetzungen stimmen.“ Eltern haben das Wahlrecht, auf welche Schule sie ihr Kind schicken möchten.

Für die Samtgemeinde als Schulträger gilt es derweil zu beachten, dass auch die Oberschule Wesendorf in Zukunft inklusiv werden soll. Der Gesetzgeber gibt den Schulträgern bis zum 31. Juli 2018 Zeit, seine Schulen bei Bedarf zu inklusiven Bildungsstätten herzurichten. Damit und mit weiteren Reglungen beschäftige sich zurzeit der Landkreis, hieß es.

„Wir sind bereit, uns anzupassen. Sicherlich sind die Rahmenbedingungen der Oberschule ordentlich, doch es muss ein einheitliches Konzept gestrickt werden, und daran müssen nun alle arbeiten“, gab Penshorn zu bedenken. Ein weiteres Problem: Die finanziellen Auswirkungen können noch nicht vorausgesehen werden. Die Ausschussmitglieder nahmen den Beschlussvorschlag für eine inklusive Grundschule in Wesendorf einstimmig an.

Von Maike Scholz

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