Liegezeiten sollen länger werden

Wesendorf: Samtgemeinderat befasst sich heute mit Friedhöfen

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Mit der Satzung und den Gebühren für Friedhöfe befasst sich heute der Wesendorfer Samtgemeinderat. 

Samtgemeinde Wesendorf – „Seit ich bei der Samtgemeinde Wesendorf bin, also seit 2007, wurden die Gebühren für die Friedhöfe nicht angefasst“, erklärte Samtgemeindebürgermeister René Weber im IK-Gespräch. Nun wurde es Zeit für Umstrukturierungen.

Einige Bestattungsformen werden billiger, einige teurer. Als Neuerung sollen die Gemeinden bei Defiziten nicht mehr zuzahlen, stattdessen sieht der Beschlussvorschlag für den Samtgemeinderat eine gemeinsame Rücklage für alle Friedhöfe vor.

Für die Kostenkalkulationen hat die Samtgemeinde eine Spezialfirma aus Berlin beauftragt. „Die Berechnungen sind sehr komplex“, weiß Weber. Die Verwaltung empfiehlt das sogenannte „Kölner Modell“: Bei diesem sind die Kosten für Urnen- und Sargbestattungen angenähert. „Urnenbestattungen nehmen deutlich zu“, erklärte der Verwaltungschef. Bei ihnen werde eine deutlich kleinere Fläche benötigt als bei Sargbestattungen. „Aber auch ein Urnengrab wird besucht und müsste daher genauso an den Kosten für Wege beteiligt werden“, so Weber. Beim „Standard-Modell“ dagegen würden die Gebühren für Sargbestattungen überproportional steigen.

Nach einer Modellrechnung kostet beispielsweise ein Reihengrab künftig 1.078,20 Euro (bisher 805 Euro), ein Rasenreihengrab mit Platte 1.841,39 Euro (bisher 2.265 Euro) oder eine Urnen-Rasenreihengrabstätte mit Platte 925,04 Euro (bisher 1.530 Euro). Die Gebühren für die Grabeinebnung sollen künftig gestrichen werden.

Auch die Friedhofssatzung soll aktualisiert werden: Die Liegezeit soll von 25 auf 30 Jahre verlängert werden. Außerdem soll ein Passus hinzugefügt werden, der Materialen verbietet, die aus Staaten kommen, in denen Kinderarbeit nicht ausgeschlossen werden kann.

Weber betonte, dass mit der neuen Regelung die Eigenständigkeit der Mitgliedsgemeinden in keiner Form eingeschränkt werden soll. Außerdem lobte er das Engagement zahlreicher Bürger für die Pflege der Friedhöfe. „Dafür ist die Samtgemeinde ausgesprochen dankbar“, sagte Weber.

Über die Änderungen entscheidet der Samtgemeinderat in seiner heutigen Sitzung um 18.30 Uhr.

VON DENNIS KLÜTING

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