Gemeinderat in beiden Fällen „ohne Handlungsmöglichkeit“

Wesendorf: Mobilfunkausbau und parkende Lkw

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Der Ausbau auf den Mobilfunkstandard 5G bereitet auch einigen Wesendorfer Bürgern Sorgen. Eingreifen kann die Gemeinde in den Entscheidungsprozess aber nicht.

Wesendorf – „Wie steht eigentlich die Gemeinde Wesendorf zur Einführung des 5G-Mobilfunkstandards?“ Diese Frage stellte Kerstin Schulz aus Wesendorf dem Gemeinderat in seiner jüngsten Sitzung.

Schulz ist eines von rund 140 Mitgliedern der Bürgerinitiative (BI) „Stopp 5G im Landkreis“.

„Ich habe ein Haus hier in Wesendorf und möchte auch gern hier wohnen bleiben“, führte Schulz aus. „Aber ich möchte keine Bestrahlung durch die Einführung von 5G direkt vor meiner Haustür – oder sogar in meinem Haus.“ Sie berufe sich dabei auf ihr Recht auf körperliche Unversehrtheit, das durch „Zwangsbestrahlung“ verletzt werde. Ihr zur Seite stand BI-Sprecherin Nicole Wolf, die dem Gemeinderat und den Zuhörern mögliche Gesundheitsrisiken durch die Strahlung erklärte. „Das ist ein großer Menschenversuch.“

Bürgermeister Holger Schulz (SPD) erklärte die Grundeinstellung der Gemeinde Wesendorf: „Ganz einfach: Wir haben da keine Zuständigkeiten und können demzufolge da auch nichts machen.“ Jürgen Hildebrandt (SPD) bekräftigte: „Unsere Möglichkeiten zur Einflussnahme sind da sehr begrenzt. Wir haben bereits Erfahrungen bei der Aufstellung des ersten Masten machen dürfen. Wir haben da leider keinen Handlungsraum.“ Melanie Schulze (CDU) erklärte: „Wir haben uns, ehrlich gesagt, über dieses Thema noch nie unterhalten. Aber sollten wir etwas zu diesem Thema sagen dürfen, werden wir das natürlich tun.“

Ebenfalls kam zum Ende der Sitzung ein bekanntes Thema zur Sprache: parkende Lkw im Ort. „Och Leute...“ brachte Holger Schulz auf eine diesbezügliche Anfrage heraus. „Wir können da überhaupt nichts machen, solange das Parken dort durch die Straßenverkehrsordnung zulässig ist.“ Eine Anzeige bei der Polizei würde ebenfalls keine Resultate bringen, da es sich um ruhenden Verkehr handele. „Wir könnten Poller aufstellen, aber das wird auch nicht von allen Bürgern befürwortet.“ Abgelegenere Stellflächen würden von den Lkw-Fahrern eben aufgrund der größeren Entfernung nicht in Anspruch genommen.

Einen praktischen Tipp hatte Hildebrandt parat: „Einfach genau dort den eigenen Pkw parken, dann kann sich auch kein Lkw dort hinstellen.“

VON DENNIS KLÜTING

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