Absage aus Wagenhoff / Vereine beobachten Entwicklung der Corona-Krise genau

Wesendorf: Können die Schützenfeste stattfinden?

+
Ob im und am Wesendorfer Schützenhaus in diesem Jahr das Schützenfest gefeiert werden kann, ist noch offen. Die Schützengesellschaft beobachtet die aktuelle Lage.

Samtgemeinde Wesendorf – Eine große Veranstaltung wie ein Schützenfest muss von langer Hand geplant werden. Gleichsam ist ein Schützenfest unter den Auflagen zur Corona-Prävention kaum zu realisieren.

Die Schützengesellschaft Wagenhoff, die als erste in der Samtgemeinde Wesendorf ihren Jahreshöhepunkt feiert, hat das Schützenfest nun abgesagt. Die anderen Vereine, die zu späteren Terminen ihren König küren, verfolgen die aktuellen Entwicklungen gespannt.

„Wir konnten in dieser Situation keine andere Entscheidung treffen, als das Schützenfest abzusagen“, erklärte Sandra Bendig, Chefin der Wagenhoffer Schützen. „Verschieben war da leider keine Option.“

Dennis Grühl, Vorsitzender der Schützengesellschaft Wesendorf, ist auch noch nicht sicher, ob das Fest seines Vereines stattfinden kann. „Wir sind uns alle der prekären Lage bewusst“, so Grühl. Im Vorstand habe man sich umfassend Gedanken zu der Thematik gemacht, eine Entscheidung steht allerdings noch aus. „Wir haben uns den 2. April als Stichtag gesetzt, bis zu dem wir uns entscheiden wollen“, sagte Grühl.

Generell liefen die Vorbereitungen für das Schützenfest wie geplant. „Unser König Ernst Düvel ist gut dabei und hat auch seine Helfertruppe schon zusammen.“ Eine Absage des Schützenfestes hätte weitreichende Konsequenzen. „Da hängt ein riesiger Rattenschwanz dran: Getränke, Musik...“ Grühl hält es für möglich, dass es noch eine Anordnung des Landes geben wird, die Volksfeste für einen bestimmten Zeitraum untersagt. „Dann wären uns sowieso die Hände gebunden“, so der Schützenchef. Für sein noch junges Vorstandsteam stelle die ganze Situation eine besondere Herausforderung dar.

Rolf-Dieter Schulze, Vorsitzender der Schützengesellschaft Wahrenholz, erklärte, dass das Wahrenholzer Schützenfest noch nicht abgesagt sei. „Aufgrund der beziehungsweise einer besonderen Situation plant die Schützengesellschaft aber, das Schützenfest erstmalig selbst auszurichten beziehungsweise zu organisieren“, erklärte Schulze. „Wir haben zu dieser Entscheidung eine große Welle an Solidaritätsbekundungen erhalten, auch von außerorts“, sagte Schulze dankbar. Eine Entscheidung, ob und wann das Wahrenholzer Schützenfest in diesem Jahr stattfinden könne, wolle die Schützengesellschaft bis spätestens 19. April treffen. Für den Fall einer Absage, egal ob durch die Schützen selbst oder durch die Behörden, gibt es in Wahrenholz konkrete Überlegungen, das Schützenfest in das zweite Halbjahr zu verschieben.

Auch in Groß Oesingen möchte man mit einer Entscheidung warten. „Es sind noch 80 Tage bis zum Schützenfest“, erklärte Torsten Unger, Vorsitzender der Schützengilde Groß Oesingen. „Wir haben die Lage im Blick und wollen nicht die Nerven verlieren.“ Mit einer Entscheidung rechne er Ende April bis Anfang Mai. „Das erfolgt in enger Abstimmung mit dem Festwirt, der muss schließlich auch irgendwann den Sack zumachen“, führte Unger aus. Vorbereitet sei das Schützenfest allerdings schon. „Wir liegen da genau im Zeitplan.“

Das Schönewörder Schützenfest, das der Schützenverein immer am Pfingstwochenende veranstaltet, steht ebenfalls noch zur Debatte. „Entschieden haben wir uns noch nicht“, betonte Schützen-Vorsitzender Peter Wilde. Auch einen Stichtag habe man sich bewusst nicht gesetzt. „Wir bereiten das Schützenfest ganz normal vor. Unabhängig davon müssen wir aber gucken, ob es stattfinden kann“, so Wilde. Auch bleibe fraglich, ob das Aufstellen des Maibaumes stattfinden könne.

Auch in Ummern, wo ebenfalls am Pfingstwochenende gefeiert wird, sieht man noch keinen akuten Entscheidungszwang. „Wir haben ja noch etwas Zeit“, erklärte Michael Albs von der Freien Schützengesellschaft. Das Schützenfest stehe im Großen und Ganzen. „In rund viereinhalb Wochen können wir schauen, wie sich die Lage entwickelt hat und entscheiden“, sagte Albs.

VON DENNIS KLÜTING

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare