Lehrkräfte sind vor Ort

Wesendorf: Grundschule hält Kontakt zu Schülern und Eltern

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Seit Montag läuft mit drei Kindern aus zwei Familien die Betreuung in der Wesendorfer Grundschule.

Wesendorf – „Die Schulleitung und Lehrkräfte sind auch während der Abwesenheit der Schüler vor Ort“, sagt Jörg Bratz, Rektor der Grundschule am Lerchenberg in Wesendorf.

„Bereits am Freitag, 13. März, kam das Kollegium zusammen und erarbeitete einen Notfallplan, um auf die Schließung der Schule reagieren zu können“, berichtet Bratz im IK-Gespräch und stellte damit die Weichen für die jetzige Situation.

Fest stehe, dass die Schule auf Anordnung des Kultusministeriums bis zum 18. April geschlossen bleibt. „Und dennoch gibt es keine klare Regelung“, betont Bratz. Laut Kultusministerium sollen die Schulleitungen vor Ort entscheiden, was mit den Lehrkräften geschehen soll. „Demnach könnte ich die Lehrkräfte alle nach Hause schicken“, sagt Bratz. Die Landesschulbehörde reagierte daraufhin mit dem Hinweis, dass sie den Schulleitungen „empfehle“, die Lehrkräfte entweder in der Schule zu binden oder nach Hause zu schicken. „Dies macht es mir als Schulleiter schwer, die richtige Entscheidung zu treffen“, beklagt der Rektor. Bratz hätte sich seitens des Ministeriums eine klare und unmissverständliche Weisung erhofft.

Daraufhin hat Bratz entschieden, dass die Schule täglich von 8 bis 10.30 Uhr telefonisch oder per E-Mail zu erreichen ist und Fragen von Eltern und Schülern beantwortet werden. Zudem wurde entschieden, dass die Kinder Hausaufgaben gestellt bekommen, die sie zu Hause erfüllen müssen. Für Deutsch und Mathematik stehen den Schülern Internet-Lernprogramme zur Verfügung. So würden die Schüler im Lernprozess am Ball bleiben. Die Lehrer stehen in der regulären Unterrichtszeit den Schülern und Eltern zur Verfügung, sodass eine lückenlose Kommunikation gewährleistet ist, erläutert Bratz.

Auch der Entscheidung für eine Schülerbetreuung zu sorgen, kam die Grundschule nach. Bedarf gab es in den ersten beiden Wochen nicht, aber mittlerweile werden drei Kinder aus zwei Familien den Umständen entsprechend von einer Lehrkraft unterrichtet. „Wir konnten den Bedarf anfangs nicht einschätzen“, sagt Bratz. Auch die Eltern würden bestens mitspielen. „Sie tragen den Ausfall des Unterrichts mit Gelassenheit, sind darüberhinaus sehr gut vernetzt und ergänzen sich in vielfältiger Hinsicht, sodass es im Augenblick ganz gut miteinander läuft“, freut sich der Rektor.

Die Schulleitung und zahlreiche Lehrer sind auch über die Osterferienzeit hinweg täglich erreichbar, um Fragen zu beantworten. Den Lehrern hat Bratz in den Ferien die Arbeit freigestellt. Der Notfallplan stehe und die Lehrer seien hochmotiviert, viele Dinge des täglichen Unterrichts aufzuarbeiten.

Als Vorstandsmitglied des Vereins „Leitungen Niedersächsischer Grundschulen“ (LNGS) sagt Bratz, dass auch in dem Verein darüber diskutiert werde, was man aus der jetzigen Situation lernen könne und. Man sammele Erfahrungswerte. Eine Evaluation soll demnach zur Verbesserung des Vorgehens bei einer solchen Krisenlage beitragen.

VON HANS-JÜRGEN OLLECH

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