Regionalverband will wohl an Plänen für Flächen bei Wahrenholz festhalten

Wenig Erfolg für Einspruch

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Trotz Einwänden der Gemeinde scheint der Regionalverband Großraum Braunschweig an den Erweiterungsplänen für Windenergienutzung zwischen Wahrenholz und Westerholz festzuhalten.

Wahrenholz. Der Erörterungstermin zu neuen Gebieten für Nutzung von Windenergie verlief für die Gemeinde Wahrenholz wenig zufriedenstellend.

Die Gemeinde war mit der Ausweisung weiterer Flächen nicht glücklich, da besonders die nördliche der Flächen das Wachstum des Ortes beeinträchtige und eine Ausbreitung gen Westen quasi unmöglich mache. 

Daher nahmen Bürgermeister Herbert Pieper und Samtgemeindebürgermeister René Weber den Termin wahr, um den Regionalverband Großraum Braunschweig vielleicht doch noch zum Umdenken zu bewegen.

„Aber man hatte dort auf jeden unserer Einwände eine Antwort“, sagte Weber bedauernd. „Auch, wenn man die jeweilige Ansicht nicht immer teilen muss.“ So sei eine Wohnbebauung auch mit weniger als dem Mindestabstand zulässig, wenn nachgewiesen wird, dass emissionsrechtlichen Richtlinien eingehalten würden. „Und das ist schwierig“, befand Weber. Weder er noch Pieper teilten die Ansicht des Regionalverbandes, dass es sich bei den drei Flächen um ein einziges Gebiet handele, nicht. „Die Flächen werden durch die L 284 geteilt und für die Anwohner, die von beiden Seiten auf die Windräder blicken, sind das definitiv zwei Gebiete“, so Weber. Auch Pieper war damit nicht so einverstanden. „Das ist das einzige Gebiet im gesamten Regionalverband, das so klein und so zersplittert ist.“ Die Unterschreitung der Mindestgröße für Potenzialgebiete von 50 Hektar gelte laut Regionalverband nur für Neuflächen.

Weder von gesichteten Kranichen noch von durch die bestehenden Windräder getöteten Fledermäusen ließ sich der Regionalverband umstimmen. „Der Kranich würde umsiedeln, für die Fledermäuse würden Abschaltvorrichtungen installiert“, so Weber. Da Fledermäuse nur in lauen Sommernächten an den Winderädern vorbeiflögen, würde diese Abschaltung die Wirtschaftlichkeit auch nur maximal um drei Prozent reduzieren. „Ich glaube nicht, dass unsere Einwände viel geholfen haben“, sagte Weber betrübt. „Aber wir haben es jedenfalls versucht. Vielleicht ist das jetzt eine Sache für die einzelnen Bürger, die dem Regionalverband ja auch ihre Einwände vorbringen können.“ Pieper betonte: „Wir sind für Windenergie, gar keine Frage. Aber ist dieses Vorgehen wirklich auf die Ziele des Bundes oder Europas abgestimmt? Ich sage: Nein, denn dafür reichen diese Maßnahmen nicht aus.“ Leider werde die Entwicklung einer Kommune im Gegensatz zu den umfangreichen Umweltprüfungen nicht berücksichtigt.

Von Dennis Klüting

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