„Das Experiment läuft weiter“

Weißenberge: Trockenheit lässt Totholz im Großen Weidekampsee stranden

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Die Folgen der Trockenheit: Die geschaffenen Flachwasserzonen sind zum Ufer geworden, ein Teil der eingebrachten Totholzbündel liegt auf dem Trockenen. Aber nur ein kleiner Anteil, wie Dr. Thomas Klefoth betonte. 

Weißenberge – Im Großen Weidekampsee bei Weißenberge hatte der Verein für Fischerei und Gewässerschutz Schönewörde zusammen mit dem Anglerverband Niedersachsen Flachwasserzonen geschaffen und Trockenholz als Lebensraum für Fische in den See eingebracht (das IK berichtete).

Nun liegen die Flachwasserzonen und einige der Totholzbündel auf dem Trockenen. .

Dr. Thomas Klefoth, Biologe

„Die Trockenheit der letzten beiden Sommer ist ein großes Problem“, erklärte Dr. Thomas Klefoth, Verbandsbiologe des Anglerverbandes Niedersachsen, im IK-Gespräch. „Die vorbereitenden Messungen wurden im August 2017 vorgenommen – als alles total regennass war.“ Natürlich sei daher ein Puffer mit einkalkuliert worden. „Aber mit einer solchen Trockenheit über zwei Jahre hinweg konnte keiner rechnen“, so Klefoth. Entsprechend sind die Flachwasserzonen nun Uferabschnitte, am „Strand“ liegen einige Totholzbündel. „Und die sind wirklich knochentrocken“, sagte Klefoth.

Die gute Nachricht: Das Totholz, das nun auf dem Trockenen liegt, ist nur ein kleiner Anteil der eingebrachten Bündel. „Die meisten liegen tiefer im See.“ Daher könne das Totholz-Experiment fortgesetzt werden. „Wir werden allerdings zur Sicherheit alle an dem Projekt beteiligten Gewässer untersuchen und und den Stand erfassen“, erklärte der Biologe. „Sollten doch noch Auswirkungen auftreten, können wir diese in der Analyse berücksichtigen.“

Die „gestrandeten“ Totholzbündel indes haben sich durchaus zu einem Lebensraum entwickelt. „Nur eben nicht für Fische“, erklärte Klefoth. „Wir haben dort aber Reptilien und Vogelnester gefunden.“

Mit den Totholzbündeln sollte zusätzlicher Lebensraum für die Fische im Großen Weidekampsee geschaffen werden – eine Maßnahme sowohl zum Schutz als auch zur Nutzung des Gewässers. Klefoth betonte: „Das ist auch weiterhin das Ziel. Das Experiment läuft weiter!“

VON DENNIS KLÜTING

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