„Bin immer gerne hingegangen“

Wasserwerk Gifhorn: Manfred Gades aus Schönewörde wird verabschiedet

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Manfred Gades (r.) wurde vom Aufsichtsratsvorsitzenden Heinz-Ulrich Stenzel verabschiedet.

Schönewörde/Gifhorn – Nach 38 Jahren beim Gifhorner Wasserwerk verabschiedet sich der Schönewörder Manfred Gades, Prokurist und technischer Leiter, nun in seinen wohlverdienten Ruhestand – allerdings noch etwas widerwillig. „So ganz wohl ist mir bei dem Gedanken nicht.

Da muss ich mich doch erst noch dran gewöhnen“, sagte Gades im IK-Gespräch.

Seine täglichen Aufgaben beschreibt er selbst als „Lesen, rechnen, schreiben und sprechen“. Tatsächlich hat der gebürtige Schönewörder dafür gesorgt, dass die Kreisstadt mit fließendem Wasser versorgt war. „Von der Krümme bis zum Bahnhof Isenbüttel“ erstreckt sich das Leitungsnetz, 13 000 Häuser sind angeschlossen. Normalerweise fließen jährlich etwa 2 Milliarden Liter Wasser durch das Netz. Aber 2018 war, bedingt durch den extrem trockenen Sommer, ein Rekordjahr. „Da haben wir es auf 2,5 Milliarden geschafft“, sagte Gades stolz. „Da haben wir einen Spitzenwert nach dem anderen überholt.“

Eine große Freude war für Gades auch, dass zum Jahresanfang das Wasserwerk wieder vollständig in die Hand der Stadt übergegangen ist. „Da sind jedes Jahr enorme Summen an die Investoren geflossen“, so Gades.

Dass er es bis zur Spitze des Wasserwerks geschafft hatte, bezeichnetet Gades als „viel Glück“. Gelernt hatte er ursprünglich Landmaschinenschlosser bei der Firma Otto Heine in Wittingen, bevor er zwei Jahre lang zum Bundesgrenzschutz nach Hannover ging. Danach arbeitete er zwei Jahre bei Teves.

Schließlich besuchte er die Technikerschule und machte seine Hochschulreife nach. Gades studierte in Wolfenbüttel Maschinenbau und Versorgungstechnik. Als frischgebackener Diplom-Ingenieur fing er beim Energieverband Wittingen in der Gasabteilung an. Nach einem Jahr bewarb er sich beim städtischen Wasserwerk Gifhorn als Betriebsingenieur – und wurde eingestellt.

Dort war er maßgeblich am Neubau des Wasserwerks zu Anfang der 80er Jahre beteiligt. Eine weitere „spannende Zeit“ erlebte Gades Mitte der 90er Jahre, als er eine Steckverbindung für Rohrleitungen entwickelte, diese in Aufsätzen vorstellte und dazu auch Fachvorträge in ganz Deutschland und der Schweiz hielt.

Mit seinem Ruhestand hat sich der Schönewörder noch nicht richtig angefreundet. „Ich bin immer gerne zur Arbeit gegangen“, sagte er. „Daher wird es vermutlich noch etwas dauern, bis ich mich ganz umgestellt habe. Aber glücklicherweise gibt es ja immer etwas zu tun.“ So würden in der nächsten Zeit mehrere Projekte im Garten anfallen, denen er sich annehmen wolle.

VON DENNIS KLÜTING

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