Der Teufel liegt im Detail

Wahrenholzer Rat lehnt Entwurf für „Alte Schmiede“ ab

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Der Planungsentwurf für die „Alte Schmiede“ in Wahrenholz fand in der jüngsten Sitzung des Gemeinderates keine Zustimmung. Größtes Manko: der minimale Dachüberstand. 

Wahrenholz – Traufe oder keine Traufe? Oder doch lieber ein Ortsgang? Mit diesen Fragen zur Gestaltung des Anbaus an die „Alte Schmiede“ beschäftigte sich der Wahrenholzer Gemeinderat in seiner jüngsten Sitzung.

Der Entwurf, den Planer Michael Driesner von der Hankensbütteler Planschmiede vorstellte, fand jedoch keine Mehrheit.

Driesner hatte den ersten Entwurf, der bereits keine mehrheitliche Zustimmung im Ratsrund gefunden hatte, überarbeitet (das IK berichtete). „Das Obergeschoss der,Alten Schmiede´ mussten wir von gut 50 Kubikmetern Styroporbruch befreien, damit ein Statiker es sich ansehen konnte.“

Driesner betonte, dass es sich bei der „Alten Schmiede“ um einen Sonderbau in Wahrenholz handele, nicht um ein normales Wohngebäude. Außerdem umfasse der Komplex zwei Baukörper mit unterschiedlichen Fassaden und Neigungen. Bei seinem Entwurf habe er Wert auf klare Kanten und transparente Einblicke gelegt und sich für einen möglichst minimalen Dachüberstand entschieden. „Ja, ich weiß, wir haben schon relativ kontrovers über den Dachüberstand diskutiert“, sagte Driesner. „Aber aus rein technischer Sicht sind größere Dachüberstände nicht erforderlich.“ Er betonte weiterhin, dass moderne Elemente von großer Bedeutung seien, da es sich um ein zukunftsweisendes Projekt handele.

Andreas Manthey (UfW) konnte sich mit dem Entwurf nicht anfreunden, ihm würden Dachüberstände fehlen. Die Giebelseite mit den „Fenstern, die keine sind“ befand er als „gewöhnungsbedürftig“. Henry Meyer (CDU) pflichtete Manthey bei: „Ich sehe das genauso, man kennt es nicht.“ Auch Ernst Storm (CDU) konnte sich mit dem Entwurf nicht anfreunden. Jakob Drees (Grüne) kritisierte harscher: „Das Ding sieht aus wie ein Klotz“. Seine Auffassung, dass dieses Dorfzentrum „wie ein totaler Fremdkörper wirke“, teilte Bürgermeister Herbert Pieper (CDU) keineswegs.

Auch die Friedhofskapelle, das Schützenhaus, die Grundschule und das alte Bürgerhaus hätten keinen Dachüberstand. „Es gibt genügend Beispiele.“ Der Beschlussvorschlag fand bei nur zwei Fürsprechern, drei Enthaltungen und vier Gegenstimmen keine Zustimmung.

VON DENNIS KLÜTING

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