„Ärmel hoch und Saal schick machen“

Wahrenholzer Gemeinderat will Schützenhaus in vollem Umfang sanieren

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Das Schützenhaus in Wahrenholz (Foto) soll komplett saniert werden.

Wahrenholz – Im Ise-Zimmer der Wahrenholzer Mühle wurde es bei der jüngsten Sitzung des Gemeinderats schon ein wenig eng, wie auch Bürgermeister Herbert Pieper anmerkte.

Denn zusätzlich zu den Ratsmitgliedern hatten sich mehr als 20 Bürger eingefunden – viele davon Mitglieder der Schützengesellschaft. Denn die Sanierung des Schützensaals stand auf der Tagesordnung.

Für diese war ein Förderantrag im Rahmen der Dorferneuerung seitens der Gemeinde gestellt worden (das IK berichtete). Die Förderquote war mit 90 Prozent in Aussicht gestellt worden, wurde dann aber wieder auf die regulären 73 Prozent revidiert – was bei Gesamtkosten von 550.000 Euro 400.000 Euro statt 500.000 Euro an Fördermitteln entspricht. Der Gemeinderat stand nun vor der Frage, ob sie die 100.000 Euro große Differenz trägt oder ob das Projekt reduziert werden muss.

Rolf-Dieter Schulze, Vorsitzender der Schützengesellschaft Wahrenholz, hatte zusammen mit der Gemeinde mehrere Varianten ausgearbeitet, die er bei der Sitzung vorstellte. Die erste Variante stellte dabei eine „Komplettlösung“ dar, bei den weiteren Versionen wurden sukzessive Maßnahmen gestrichen. „Das Problem dabei ist: Wenn wir die Gesamtkosten reduzieren, reduzieren wir die Fördersumme beträchtlich“, erklärte Schulze. „Das erscheint wenig sinnvoll.“ So würde etwa eine Variante mit dem ursprünglich angesetzten Eigenanteil von 50.000 Euro lediglich zu möglichen Gesamtkosten von gut 200.000 Euro führen – was noch nicht einmal für die Dachsanierung ausreiche. Ferner könne der Saal auch von anderen örtlichen Vereinen genutzt werden. Die Schützengesellschaft wolle sich bei der Maßnahme sowohl planerisch als auch bei der Ausführung einbringen.

Bürgermeister Herbert Pieper (CDU) betonte, dass es sich um eine einmalige Gelegenheit handele und andernorts bereits Maßnahmen abgelehnt worden seien, weil die Fördertöpfe erschöpft seien. „Wir sollten das nutzen.“

Jakob Drees (Grüne) äußerte Bedenken, er hätte bei der Komplettlösung Bauchschmerzen und würde sich mehr finanzielle Beteiligung der Schützen wünschen. Ernst Pape (UfW) betonte, dass es sich um eine Immobilie der Gemeinde handele. „Machen müssen wir das. Und wenn nicht jetzt, dann in ein paar Jahren – aber dann ohne Förderung.“ Olaf Balke erklärte, dass er sich mit der Komplettlösung anfreunden könne, wenn eine Satzung zur Nutzung erarbeitet wird, um der örtlichen Gastronomie keine Konkurrenz zu machen. Ernst Storm (CDU) meinte: „Wir sollten jetzt noch einmal die Ärmel hochkrempeln und den Saal richtig schick machen.“

Ohne Gegenstimmen und bei einer Enthaltung sprach sich der Rat dafür aus, die Sanierung in vollem Umfang zu realisieren. Die Arbeiten sollen direkt nach dem Oktoberfest beginnen, damit sie zum Schützenfest 2020 abgeschlossen sind, wie Pieper anmerkte.

VON DENNIS KLÜTING

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