Der Wind dreht sich

Wahrenholzer Gemeinderat vertagt Planung für Windrad-Fläche

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Weitere Windräder zwischen Wahrenholz und Westerholz? Mit einer möglichen Planung will sich der Wahrenholzer Rat beschäftigen, wenn die Änderung des Regionalen Raumordnungsprogramms feststeht.

Wahrenholz – Eigentlich war die Stimmung für die geplanten Windräder südlich der L 286 positiv – zumindest im Bauausschuss der Gemeinde Wahrenholz.

In der jüngsten Sitzung des Gemeinderates hingegen schien sich der Wind zu drehen: Das Gremium beschloss entgegen der Empfehlung aus dem Ausschuss, das Vorhaben zurückzustellen.

Bürgermeister Herbert Pieper (CDU) wollte der Gemeinde mit einem Bebauungsplan Einflussmöglichkeiten schaffen. „Wenn die Fläche erstmal Vorranggebiet wird, haben wir als Gemeinde keinen Einfluss mehr darauf, ob und in welcher Höhe dort Windräder gebaut werden.“ Deswegen befürworte er die Vereinbarungen mit dem Unternehmen Energiekontor, das die Windräder südlich der L 286 bauen und betreiben möchte. Die entsprechenden Möglichkeiten wurden dem Bauausschuss detailliert vorgestellt (das IK berichtete), dieser zeigte sich aufgeschlossen.

Piepers Stellvertreter Ernst Pape (UfW) hatte Bedenken: „Warum sollen wir jetzt schon verbindlich Verträge abschließen, wenn Ende März erst feststeht, ob die Fläche wirklich Vorranggebiet wird?“ Man sollte seiner Auffassung nach die Rechtskraft des Flächennutzungsplanes abwarten. Er stellte daher den Antrag, eine Entscheidung zu vertagen, bis die Änderung des RROP feststehe. Jakob Drees (Grüne) brachte artenschutzrechtliche Einwände gegen den Bau von Windrädern an dieser Stelle vor. „Wir haben da den Schwarzstorch, außerdem ist das ein beliebter Rastplatz für Zugvögel“, so der Diplom-Biologe. Eine Nutzung für die Windenergiegewinnung sei eine „naturschutzrechtliche Katastrophe“.

Papes Antrag fand fünf Fürsprecher, drei der zehn Ratsmitglieder enthielten sich, nur zwei bestanden auf einer Entscheidung. Mit dieser ist somit frühestens Ende März zu rechnen.

Zum Hintergrund: Südlich der L 286 soll eine 21 Hektar große Fläche künftig für die Gewinnung von Windenergie genutzt werden (das IK berichtete mehrfach). Dies ist in der Änderung des Regionalen Raumordnungsprogrammes des Regionalverbandes Großraum Braunschweig (RGB) vorgesehen. Diese Änderung wird derzeit jedoch vom Amt für Regionale Landesentwicklung (ArL) beanstandet. Noch bis März hat der RGB Zeit, die gewünschten Änderungen einzupflegen, so lange wurde das Verfahren verlängert – und so lange hat auch die Änderung noch keine Gültigkeit.

Dies gilt auch für die Fläche nördlich der L 286, auf der ebenfalls Windräder aufgestellt werden sollen. Gegen diese Nutzung will die Gemeinde Widerstand leisten – notfalls auch vor Gericht. Sie sieht sich dort ihrer einzigen Entwicklungsmöglichkeit für Wohnbebauung beraubt.

VON DENNIS KLÜTING

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