Gemeinde tritt Eigentümergemeinschaft bei

Wahrenholz: Für und Wider zur Windkraft

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Neben den zurzeit bestehenden Windanlagen südwestlich von Wahrenholz sollen gemäß Ausweisung der Vorranggebiete durch den Regionalverband Braunschweig zwei weitere südlich und nördlich ausgewiesen werden.

Wahrenholz – Während der jüngsten Sitzung des Gemeinderates Wahrenholz in der Mühle beschäftigten sich die Kommunalpolitiker erneut mit dem Thema Windenergieanlagen (WEA) in den Vorranggebieten südlich von Wahrenholz.

Dabei ging es im Wesentlichen um den Beitritt zu einer Eigentümergemeinschaft, die sich mittlerweile gegründet hat, um entsprechende Einflüsse bei der Nutzung des Vorranggebietes geltend zu machen.

Bürgermeister Herbert Pieper (CDU) begründete den Beitritt der Gemeinde noch einmal und machte deutlich, dass es dabei auch um den Einfluss der Gemeinde gehe, wenn dort zwei WEA – wie geplant – aufgestellt werden sollen. Dieser Beitritt sei bezüglich des zurzeit laufenden Klageverfahrens gegen die geplante Aufstellung von WEA nördlich der L 286 unschädlich, betonte Pieper.

Jakob Drees (Grüne) sah das anders und kritisierte den Beitritt scharf. Er lehnte die Installation der beiden WEA südlich von Wahrenholz strikt ab, weil das Gebiet für den Vogelzug unter anderem von Kranichen genutzt werde. Damit sei schon aus naturschutzrechtlichen Gründen die Ausweisung des Vorranggebietes nicht nachvollziehbar, so Drees. Pieper widersprach Drees und sagte, dass der Regionalverband Großraum Braunschweig die Vorranggebiete nun endlich auf den Weg bringe, um die erneuerbaren Energien zu nutzen und auch dieses Gebiet unabhängig von der Klage forciere.

Olaf Balke lehnte die Ausweisung der Vorranggebiete rund um Wahrenholz generell ab und sagte, „dass wir damit die völlig verfehlte Energiepolitik der Bundeskanzlerin Angela Merkel verfolgen, was nicht im Interesse der hiesigen Bevölkerung liegt“. Unterstützt wurde Balke auch durch Bärbel Schulze (UFW).

Auch Andreas Manthey (UFW) stimmte Balke in seinen Ausführungen zu. „Wir stehen doch im Widerspruch zu dem, was wir auf der einen Seite verhindern wollen, nämlich die Ausweisung des Vorranggebietes nördlich der L 286 und andererseits uns nun dafür stark machen, dass wir von dem Kuchen im südlichen Vorranggebiet auch noch etwas abbekommen wollen“, schilderte Manthey seine Kritik zum Beitritt der Gemeinde bei der Eigentümergemeinschaft, die er den Bürgern nicht mehr verkaufen könne. „Das passt einfach nicht zusammen“, betonte Manthey und lehnte den Beitritt der Gemeinde Wahrenholz zur Eigentümergemeinschaft ebenfalls strikt ab. Bei vier Nein-Stimmen beschloss der Rat schließlich den Beitritt der Gemeinde zur Eigentümergemeinschaft.

VON HANS-JÜRGEN OLLECH

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