Arbeitsgruppe befasst sich mit Überflutungen / Gemeinde will Fachgutachten erstellen lassen

Wahrenholz wider das Wasser

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Die Ackerflächen an der Ise am Wahrenholzer Ortsausgang in Richtung Schönewörde stehen mehrfach im Jahr und großflächig unter Wasser. Dagegen will die Gemeinde nun mit einem Fachgutachten angehen. 

Wahrenholz. Ackerflächen, die voll Wasser stehen: Ein Bild, dass viele Wahrenholzer Landwirte nur zu gut kennen. Nicht nur in den vergangenen Wochen waren die Flächen an der Ise größtenteils überflutet, dieses Problem tritt mehrfach pro Jahr auf.

Daher kam gestern die Arbeitsgruppe „Dorfentwicklung und Klimaschutz“ im Rahmen der Dorferneuerung in der Wassermühle zusammen. Ferner über die Möglichkeit der Energiegewinnung mit einem neuen Mühlrad gesprochen. Dazu begrüßte Bürgermeister Herbert Pieper neben zahlreichen Landwirten auch seinen Schönewörder Amtskollegen Gerald Flohr sowie die Vertreter verschiedener Verbände und Institutionen, die in die Thematik involviert sind.

Ulf Kehlert, im Fachbereich Wasserwirtschaft beim Landkreis Gifhorn tätig, zeigt an einer Projektion die 2011 errechneten Grenzen für ein „Jahrhunderthochwasser“ auf. Bürgermeister Pieper warf ein: „Dieses ‘Jahrhunderthochwasser’ haben wir aber auf einigen Flächen mehrfach im Jahr.“ Es bestehe also Handlungsbedarf. Heinrich Pieper, Vorsitzender der Arbeitsgruppe, stimmte zu: „Früher hieß es: ‘Die Ise ist für Sommerhochwasser ausgebaut.’ Aber nicht mal das schafft sie noch.“ Auch er sehe dringenden Handlungsbedarf, da es tendenziell mehr Platzregen und außerdem auch mehr Bodenversiegelungen im Raum Wittingen und Knesebeck gebe, welche ebenfalls für einen erhöhten Wasserstand in Wahrenholz sorgten.

Der Wahrenholzer Landwirt und Biologe Jürgen Drees betonte, dass es in den letzten Wochen Dauerregen, jedoch kein Starkregenereignis gegeben habe. „Trotzdem haben wir ein Hochwasser nach dem anderen. Wir müssen auch Vorkehrungen für Starkregen treffen.“

Rolf Buhmann vom Aller-Ohre-Verband relativierte: „Wenn die Böden mit Wasser gesättigt sind, laufen auch kleinere Hochwasser direkt in die Flächen.“ Man müsse nun gemeinsam nach einer Lösung suchen. Ein Versuch des Aller-Ohre-Verbands, die Ise zu räumen, sei aufgrund des matschigen Bodens gescheitert. „Gefühlt sind wir überall zu spät gewesen.“

Bürgermeister Herbert Pieper wies darauf hin, dass man bevorzugt stillgelegte Flächen als Retentionsflächen nutzen könnte – und nicht solche, die noch bewirtschaftet werden. Als Beispiel nannte er Flächen hinter der Flotte, die sich möglicherweise dazu eignen können. Nach einer Diskussion über Problemstellen, Höhenunterschieden und Grundsätzen regte Traub an, ein Fachgutachten erstellen zu lassen. „Dann wissen wir, was möglich ist.“ Ein solches Gutachten sei auch förderfähig, es stelle sich aber die Frage, wer es in Auftrag gibt. „Der Landkreis wird das mit Sicherheit nicht tun“, winkte Kehlert ab. „Das wäre Sache der Gemeinde.“ Herbert Pieper griff das auf. „Ich würde mich der Sache gern für die Gemeinde annehmen. Schließlich geht es hier um unsere Flächen, unsere Landwirte.“ Ein entsprechender Antrag soll bis zum Stichtag am 15. September erfolgen.

Weiteres Thema der Versammlung war die mögliche Energiegewinnung mit einem neuen Mühlrad. Der Vorsitzende der Mühlenfreunde, Wilhelm Warneboldt, erklärte: „Das Wasserrad funktioniert nicht mehr richtig.“ Der Betrieb, der momentan nicht möglich sei, würde allerdings auch den Wasserstand der Ise etwas senken. Pieper betonte die ortsbildprägende Funktion der Mühle. Die anwesenden Planer berieten sich über eine mögliche Förderung durch ZILE und Leader: Die Förderung des neuen Wasserrades sei problemlos machbar, den Generator zur Energiegewinnung sowie die Energiespeicherung müsste man aus der Förderung allerdings herausnehmen.

Von Dennis Klüting

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