Rund 70 Wahrenholzer Bürger zeigen Interesse an Plänen für neues Projekt

Wahrenholz: Nahwärme für ein ganzes Dorf?

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Martin Kopp vom Planungsbüro Lange & Typke aus Helmstedt stellte den rund 70 Wahrenholzer Bürgern die Nahwärmenetzanlage für Wahrenholz vor.

Wahrenholz – Rund 70 interessierte Wahrenholzer Bürger hatten sich am Montagabend im Gasthaus Krendel eingefunden, um sich über das von der Familie Helmut Evers geplante Nahwärmenetz für Wahrenholz zu informieren.

Schwiegersohn Klaas Evers begrüßte die Besucher und führte in das Thema „Nahwärmenetz für Wahrenholz“ ein. Die Familie beabsichtigt, eine solche Anlage auf ihrem rückwärtigen Grundstück zu errichten. Dabei geht es um ein eigens dafür zu erstellendes Rohrleitungssystem sowie eine Hackschnitzelverbrennungsanlage mit einer Halle und Vorratsboxen für Hackschnitzel auf dem Betriebsgelände des bäuerlichen Anwesens. Als Experten für derartige Anlagen stand Martin Kopp, Geschäftsführer des Planungsbüros Lange & Typke aus Helmstedt, zur Verfügung, der den Besuchern die Anlage im Detail erklärte.

Kopp arbeitet seit 2004 an derartigen Entwicklungen. Als Beispiel nannte er Ahnsbeck im Kreis Celle, wo die Firma ein Nahwärmenetz mit 300 Anschlüssen verlegt hat. Die Anlage wird über eine Genossenschaft im Mix „Biogas und Hackschnitzel“ betrieben. Im Detail erläuterte Kopp den zunehmenden Klimawandel und dessen Folgen, die Energiewende und die Herausforderungen des Bundesimmissionsgesetzes. Ferner erklärte er die technische Ausstattung von Wärmenetz und Heizzentrale und informierte über die Verlegung des Netzes bis zum Haus, den Hausanschluss mit der Wärmeübergabestation sowie die Kopplung mit einer Warmwasseranlage für das tägliche Brauchwasser.

Kopp betonte, dass das Unternehmen, wenn sich genügend Hausbesitzer finden, mit dem Ausbau des Nahwärmenetzes im Spätsommer beginnen könnte. Der Anschluss am Haus bis hin zur Installation der Wärmeübergabestation sei für den Hauseigentümer kostenlos, da das Unternehmen die Kosten für den Anschluss einrechne und das gesamte Netz einschließlich der Übergabestation sein Eigen nenne. Die weitere Verteilung der Wärme innerhalb des Gebäudes sowie die Kosten für die Brauchwasserversorgung habe der Hauseigentümer dann selbst zu tragen.

Ferner ging der Experte auf die aktuelle Vergleichsrechnung Öl-Gas-Nahwärme ein und zeigte den Bürgern auf, dass man mit der Nahwärmeversorgung nachhaltig kostengünstiger fährt, weil keine Kosten für Wirkungsgradverluste, Schornsteinfeger, Abschreibungen, Wartung, Pflege, Ersatzteile und natürlich der Wegfall eines eigenen Brenners entfallen. So kämen im Vergleich der Nahwärme zu einer Ölheizung (Beispiel: Einfamilienhaus mit 120 Quadratmeter Wohnfläche) die Kosten auf 3.058,90 Euro, zu einer Gasheizung auf 2.273,50 Euro und die der Nahwärme auf nur noch 2.180,08 Euro einschließlich der Mehrwertsteuer, zeigte Kopp den Vergleich auf. Die Nahwärmenetz Wahrenholz könnte eine Preisgarantie auf mindestens drei Jahre oder auch mehr bieten und würde über den nachwachsenden Rohstoff Holz eine absolut sichere Zukunftsinvestition für alle beteiligten Anlieger darstellen. Anschließend wurden weitere Fragen von Anliegern beantwortet.

VON HANS-JÜRGEN OLLECH

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