„Von Zuhause aus ist es schwieriger“

Wesendorfer Oberschulleiterin berichtet vom Arbeiten unter Corona-Sicherheitsvorschriften

Die Rückkehr aller Jahrgänge stellt die Leiterin der Wesendorfer Oberschule, Katja Wölfer, vor die Frage, wie das mit verkleinertem Kollegium zu schaffen sein soll.
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Die Rückkehr aller Jahrgänge stellt die Leiterin der Wesendorfer Oberschule, Katja Wölfer, vor die Frage, wie das mit verkleinertem Kollegium zu schaffen sein soll.

Wesendorf – Noch ist die Situation an der Oberschule Wesendorf vergleichsweise entspannt. Doch schon bald sollen deutlich mehr Schüler an die Schule zurückkehren – und dann sieht Leiterin Katja Wölfer ihre Einrichtung mit großen Problemen konfrontiert.

Katja Wölfer, Oberschul-Rektorin

„Aktuell ist alles gut zu stemmen“, sagte Wölfer. Sie trägt eine Maske, wie es auch alle Schüler auf dem Schulgelände tun sollen. „Die Zehntklässler haben ihre Prüfungen hinter sich, aktuell ist nur der neunte Jahrgang in der Schule.“ Doch das soll sich bald ändern, der siebte und achte Jahrgang sollen in Kürze zurückkehren. „Dann wird es schwierig“, sagte Wölfer. Dann würden rund 100 Schüler wieder in die Oberschule gehen. Räumlich sei dies machbar, doch personell kaum darzustellen. „Die Jahrgänge werden zeitversetzt beschult, damit die Schüler nicht alle gleichzeitig Pause haben“, führte Wölfer aus. Entsprechend hätten aber auch die Lehrkräfte nicht zur gleichen Zeit Pause. Und als Folge könnten Lehrkräfte nicht in mehreren Jahrgängen unterrichten. „Außerdem gibt es natürlich auch Lehrkräfte, die zu Risikogruppen gehören und daher zu Hause bleiben müssen“, sagte die Schulleiterin. Es bahne sich ein echter Engpass an, wie alle Schüler wieder mit den bestehenden Sicherheitsvorschriften unterrichtet werden könnten, es sei schlicht nicht vorstellbar.

Auch der Unterricht selbst sei nicht mit dem Alltag anderer Schuljahre zu vergleichen. „Wir versuchen, den Kindern die Fähigkeiten zu vermitteln, mit denen sie dann die Aufgaben zu Hause bearbeiten können“, sagte Wölfer. Doch viele Unterrichtsformen wie Gruppen- oder Partnerarbeiten seien nicht möglich und auch die Korrektur von Aufgaben bei einzelnen Schülern nur mit großen Einschränkungen. „Wie soll ich denn bei einem Schüler eine Aufgabe auf 1,50 Meter Entfernung korrigieren, wenn er oder sie eine Sauklaue hat, die man unter normalen Bedingungen kaum lesen kann?“, fragte Wölfer.

Auch die Arbeit von zu Hause aus gestalte sich stellenweise sehr umständlich. „Die Kinder machen ein Foto von den ausgefüllten Arbeitsblättern und schicken es mir zu“, erklärte die Rektorin. Wie alle Lehrer müsse sie sich das erhaltene Bild genau anschauen und mit einem Bildbearbeitungsprogramm eventuelle Korrekturvermerke anbringen. „Dann schicke ich den Schülern das Bild wieder zurück“, sagte Wölfer. „Das ist insgesamt deutlich aufwendiger und zeitintensiver als eine Korrektur auf dem gewohnten Weg. Von Zuhause aus ist es deutlich schwieriger.“

VON DENNIS KLÜTING

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