Freiwillige wollen sich um das Problem kümmern

Vermilbt und krank: Katzen im Wesendorfer Müllberg

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Die Katzen auf der Wesendorfer Mülldeponie sind oft krank, verletzt und in einem schlechten Zustand.

Wesendorf – Sie sind vermilbt, von Flöhen befallen und krank: Auf der Mülldeponie in Wesendorf leben mehr als 30 wilde Katzen – in einem oft erbärmlichen Zustand.

Melanie Schulze, die sich in Wesendorf um Streuner kümmert und sie kastrieren lässt (das IK berichtete), hat sich nun mit zwei weiteren Helfern des Problems angenommen.

Seit mehreren Wochen fahren Schulze und ihre Helfer täglich zur Deponie. Dort haben sich die Katzen in einer Umschlaghalle für Bioabfälle eingenistet. In der Halle ist es trocken, warm und dort finden sie Nahrung. „Aber sie fressen eben nicht nur Ratten“, erklärt Schulze. „Sondern auch Abfälle – und das führt zu Krankheiten.“ Daher empfiehlt sie Deponieleiter Dominik Beyer und seinem Stellvertreter Andreas Fanenbruch, eine Futterstation zu bauen. „Dann haben sie eine Grundversorgung“, so Schulze. „Ratten werden sie trotzdem fangen.“

Melanie Schulze klärte Dominik Beyer (r.) und Andreas Fanenbruch über den Zustand der Katzen auf.

Mit großen Lebendfallen werden die wilden Katzen gefangen. „Mit einer Decke über der Falle verhindern wir, dass die Tiere noch mehr Panik bekommen und die Wände hochlaufen“, so Schulze. Dann werden die Katzen zu einer Tierärztin gebracht, wo sie kastriert, entwurmt und versorgt werden. Anschließend dürfen sie sich bei Schulze erholen, bevor sie auf der Deponie wieder in die Freiheit entlassen werden. Bereits gefangene Tiere erkennen Schulze und ihre Mitstreiter, die Katzen wurden an einer Stelle rasiert und werden einzeln in einer Tabelle erfasst.

Bei einer Feuerwehrübung auf dem Deponiegelände waren einem Feuerwehrmann zahlreiche „Streuner“ aufgefallen. Dieser hatte daraufhin Schulze informiert, die sich nach der Absprache mit Remondis ein Bild von der Situation gemacht hat. „Ich war echt erschrocken, in welch schlechtem Zustand die armen Tiere waren“, so die Wesendorferin.

Gefangene Katzen lässt Melanie Schulze nach tierärztlicher Behandlung und Erholungsphase wieder frei.

Auch Beyer war erschüttert. „Die Katzen sind hier sehr wichtig. Ich hatte nicht gedacht, dass es ihnen so schlecht geht“, sagte der Deponieleiter. Umso dankbarer seien er und sein Team für die Hilfe, die Schulze und ihre Mitstreiter den Tieren angedeihen lassen. So haben die sieben Mitarbeiter 100 Euro für den Verein „Freundeskreis Katze und Mensch“, mit dem die Wesendorfer Helfer zusammenarbeiten, gesammelt.

Und auch Remondis selbst will sich noch mit einer Spende bei den Tierfreunden erkenntlich zeigen. Eine Geste, für die Schulze dankbar ist, die sie aber auch als wichtig und richtig erachtet. „Diese Unterstützung brauchen wir wirklich dringend“, sagte Schulze. „Denn wir fangen und fangen und fangen – es scheint kein Ende zu nehmen.“ Und jede Kastration kostet, ohne Spenden sei das nicht zu stemmen.

Wer die Arbeit von Melanie Schulze unterstützen möchte, kann an den „Freundeskreis Katze und Mensch“ spenden. Ansprechpartnerin ist auch Maren Froeschmann: (05083) 912198 oder gifhorn@katzenfreunde.de.

VON DENNIS KLÜTING

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