2200 Hilfeleistungen pro Jahr im Landkreis / Samtgemeinde Wesendorf passt Scherenleistung von 50 auf 107 Tonnen an

Unfälle: Feuerwehren auf der Höhe der Zeit

Wesendorf/Landkreis Gifhorn. Gott zur Ehr, dem Nächsten zur Wehr – so lautet das Motto der Feuerwehr. Doch durch den Fortschritt der Technik, gerade in der Automobilbranche, wird die Rettung immer schwerer.

Gerade in den letzten Wochen berichtete das IK über zahlreiche Verkehrsunfälle, teilweise mit Todesfolge. Eine schnelle Bergung kann Leben retten. Doch dazu bedarf es auch der passenden Gerätschaften.

„Jede Samtgemeinde ist Träger des Feuerschutzes. Das heißt, dass sogenannte Stützpunkte und Schwerpunkte eingerichtet werden, in denen Hilfeleistungssätze vorhanden sind“, erläutert Gifhorns Kreisbrandmeister Willi Aldinger. Diese Hilfeleistungssätze bestehen aus einem speziellen Generator, einer Schere und einem Spreizer, und manche Wehren besitzen auch einen sogenannten Stempel. „Der Generator ist wichtig, denn die Geräte laufen über Öldruck“, sagt Aldinger.

Gegen die Fortschritte gerade in der Automobilbranche sind die Feuerwehren im Landkreis gewappnet. „Natürlich werden Autos immer wieder verbessert, neue Techniken entwickelt. Das führt dazu, dass dann festgestellt wird, dass die Gerätschaften nicht mehr ausreichen. Dann werden Neue angeschafft“, erklärt der Kreisbrandmeister.

Das sei im Niedersächsischen Brandschutzgesetz klar geregelt. „Die Kommunen haben die Pflichtaufgabe, für die Feuerwehr zu sorgen, und zwar für eine leistungsfähige“, zeigt Aldinger auf. Dabei unterscheide man zwischen den Ortswehren mit einer Grundausstattung, den Stützpunkten, wo dann ein Löschgruppenfahrzeug und ein Tanklöschfahrzeug vorhanden sein müssen, und den sogenannten Schwerpunkten. Die Schwerpunkte sind mit einem Löschgruppenfahrzeug, einem Rüstwagen, einem Einsatzleitwagen und je nach Bedarf zum Beispiel mit einer Drehleiter ausgestattet. Im Landkreis gebe es sechs solcher Schwerpunkte.

Die Wehren im Kreis werden laut Aldinger zu ungefähr 2200 Einsätzen innerhalb eines Jahres gerufen. Schwerpunkte sind technische Hilfe und Einsätze bei Feuer. Aldinger, der seit 14 Jahren im Amt ist, berichtet erfreut: „Bei uns im Landkreis gibt es hinsichtlich der Gerätschaften keine Probleme.“

Diese positive Bilanz zieht auch der Gemeindebrandmeister der Samtgemeinde Wesendorf, Torsten Winter: „Die Samtgemeinde Wesendorf hat die Rettungsgeräte angepasst, so dass wir den Alltagseinsatz gewährleisten können.“

Er berichtet, dass vor der Beschaffung neuer Geräte im vergangenen Jahr die maximale Schneidkraft der Rettungsschere nicht mehr ausreichend gewesen sei. So musste neues Gerät angeschafft werden. „Zunächst konnte die Rettungsschere 50 Tonnen schneiden, doch durch die Umstellung gibt es jetzt eine Schere für 107 Tonnen“, erklärt Winter den Wechsel.

Die Veränderungen seien der Tatsache geschuldet, dass der Aufprallschutz der Autos durch anderen Materialmix zwar sicherer und stärker wird, aber so auch der Einsatz der Feuerwehren erschwert wird. Die Samtgemeinde Wesendorf besitze, so Winter, zwei Rüstwagen – einen in Wahrenholz und einen in Groß Oesingen. So seien mehrere zeitgleiche Rettungseinsätze mit hydraulischer Technik möglich.

„Ich bin mir sicher, dass die Kameraden sicherer in einen Einsatz gehen können, wenn die Gerätetechnik stimmt. Das ist ein Muss“, sagt Winter. Er gibt aber auch zu Bedenken, dass mehrere Faktoren neben dem Gerät bei einem Einsatz eine wichtige Rolle spielen. Der Feuerwehrmann selber sowie die adäquate Ausbildung seien ebenfalls spielentscheidend und unerlässlich.

Von Maike Scholz

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