Tiere finden nach Strapazen ein neues Zuhause

Unbekannter setzt in Wagenhoff Meerschweinchen-Mama mit ihren vier Babys aus

+
Diese Meerschweinchen wurden in Wagenhoff ausgesetzt und haben nun ein neues Zuhause gefunden.

Wagenhoff – Maike Kompenhans aus Wagenhoff ist fassungslos: Ein Unbekannter hat vor einem benachbarten Bauernhof einen Karton abgestellt und ist weggefahren.

In dem Karton fand die Bäuerin am Samstagvormittag eine kleine Meerschweinchenfamilie, eine Mama mit vier Babys – allesamt durchnässt und völlig unterkühlt.

„Die Bäuerin kam völlig aufgelöst zu mir und hatte die Meerschweinchen in ihren Pullover eingewickelt“, berichtete Kompenhans. Nach einem Besuch beim Tierarzt ist die Wagenhofferin zuversichtlicher: „Ich hoffe, dass ich sie alle durchkriege.“ Denn die Tiere haben bei ihr ein neues Zuhause gefunden und werden von ihrer zwölfjährigen Tochter Finja versorgt. „Kürzlich ist unser Kaninchen gestorben, das hatte im neun Quadratmeter großen Gartenhaus gelebt. Dort können nun die Meerschweinchen unterkommen“, sagte Kompenhans.

Die Meerschweinchen-Babys haben gerade erst ihre Augen geöffnet. „Der Tierarzt ist sich sicher, dass sie nicht älter als zehn Tage sind.“ Kompenhans vermutet, dass die Halter nicht bemerkt haben, dass ihr Meerschweinchen Nachwuchs erwartet – und dann damit nicht umgehen konnten. „Aber wie kann man die armen Tiere einfach aussetzen? Es gibt Auffangstationen oder Tierheime für solche Fälle“, so Kompenhans. Die Tiere der Nässe und Kälte auszusetzen, sei völlig verantwortungslos – schließlich seien gerade die Babys besonders empfindlich. „Ein unmögliches Verhalten“, empörte sich Kompenhans.

Und kein Einzelfall, wie die Wagenhofferin zu berichten weiß. „Das ist leider schon mehrfach vorgekommen, auch an der gleichen Stelle.“ So wurden bereits einige Katzen an der Hofeinfahrt ausgesetzt. „Die Leute denken vielleicht ,das ist ein Bauernhof, da fällt ein Tier mehr oder weniger doch gar nicht auf’, aber das ist totaler Blödsinn“, betonte die Wagenhofferin. „Ein Haustier bedeutet auch immer Verantwortung.“ Sie hat auch schon darüber nachgedacht, Anzeige bei der Polizei zu erstatten. „Sowas darf einfach nicht vorkommen.“

In diesem Fall sieht es so aus, als gäbe es noch ein Happy-End: Die Tiere scheinen die Strapazen überstanden zu haben und sind in einem neuen, liebevollen Zuhause untergekommen.  dk

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare