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Ummeraner Regeln für Freiflächen-PV

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Von: Pascal Patrick Pfaff

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Photovoltaik-Anlage
Solar, aber auch Wind und Wasserstoff sollen in Ummern zur nachhaltigen Energiewende beitragen. © Robert Michael

Ummern – Über die grundsätzliche Regeln für den Ausbau von Freiflächen-Photovoltaik-Anlagen (FF-PV) diskutierten die Mitglieder des Ummeraner Rats am Montagabend. Mit sieben Ja-Stimmen wurde dabei beschlossen, sich noch vor dem Start der Bauleitplanung nach dem Kriterienkatalog zu richten, der auf Ebene der Samtgemeinde aufgestellt wurde. Drei der Ratsmitglieder nahmen nicht an der Abstimmung teil. Grund sei ein Mitwirkungsverbot, so Lena-Sophie Laue (FWGU). Sie spielte damit auf die eigene Involviertheit – und jene der zwei anderen Ratsmitglieder – in der Thematik an.

Kriterienkatalog der Samtgemeinde

Grundlage für die Gemeinde ist also ein sieben Punkte umfassender Kriterienkatalog, in dem etwa auf Flächengrößen oder Anlagenabstände Bezug genommen wird. So heißt es darin, dass die maximale Fläche von FF-PV-Anlagen nicht mehr als 2 Prozent der Gesamtgemeindefläche überschreiten und einzelne, aber zusammenhängende Apparaturen keinen größeren Flächenverbrauch als 20 Hektar haben sollen. Vorgesehen sei auch, dass der Abstand einer FF-PV- oder Agri-PV-Anlage zur nächsten Wohnbebauung mindestens 300 Meter beträgt. Zudem solle jeder Solarpark durch einen Zaun sowie Sichtschutzhecke von 5 Metern Breite um den gesamten Park herum abgegrenzt und somit der Biodiversität zuträglich sein.

Fokus liegt auf Nachhaltigkeit

Hinzu komme, dass die FF-PV-Anlagen nur auf Flächen mit geringer Bodenfruchtbarkeit bis 25 durchschnittlichen Bodenpunkten errichtet werden sollen. Auszuschließen seien dabei sogenannte Potentialflächen für Windkraft.

Der Plan sieht indes vor, nachhaltige FFPV- oder Agri-PV-Projekte vorrangig zu behandeln. Ergo: alles, was dazu beiträgt, dass Energieparks in den Bereichen Solar, Wind oder Wasserstoff entstehen. In diese Bestrebungen mit eingeschlossen ist der Wunsch, dass durch die Projekte auch eine Direktvermarktung des Stroms ohne Nutzung des Hochspannungsnetzes garantiert wird.

Die Diskussion um den Kriterienkatalog geht auf das Wirken zweier Projektierer zurück. Diese haben nämlich bei der Gemeinde mehrere Anträge für die Bauleitplanung bezüglich FF-PV-Anlagen gestellt – wobei die Kommune davon ausgeht, dass dies noch nicht die von den Projektierern vorgesehenen gesamten Flächen sind.

Interessen zusammenbringen

Dass dies Konfliktpotenzial birgt, wird in der Ratsvorlage angedeutet. Die Gemeindeverwaltung stellt dabei die wirtschaftlichen Interessen der Projektierer sowie Landinhaber (die nicht immer auch gleichzeitig Landwirte sind), jenen der Bürger und unbeteiligten Landwirte gegenüber, denen durch die Flächeninanspruchnahme „erhebliche Beeinträchtigungen“ drohen. Es gehe in dieser Situation darum, einen Ausgleich zu schaffen und die Anträge zu lenken. Deshalb sei es wichtig, unabhängige Kriterien zu erarbeiten. Mit deren Hilfe solle geklärt werden, unter welchen Voraussetzungen, mit welchen Bedingungen und in welcher Größe in der Gemeinde Ummern FF-PV umzusetzen ist.

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