SPD-Ortsverein Wesendorf zieht bei Jahreshauptversammlung in Teichgut eine ernüchternde Bilanz

Trotz Unzufriedenheit: Überwiegendes Ja zur GroKo

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Walter Bischoff (v.l.) wurde für 40-jährige Mitgliedschaft in der SPD geehrt und Neumitglied Hans-Heinrich Fromhage bekam das Parteibuch überreicht, worüber sich die Ortsvereins-Vorsitzende Elke Flessenkämper und Tobias Heilmann sehr freuten.

oll Teichgut. Zur diesjährigen Jahreshauptversammlung des SPD-Ortsvereins Wesendorf kamen am Montagabend knapp 30 Mitglieder in der Gaststätte Heideeck in Teichgut zusammen und zogen eine ernüchternde Bilanz.

Hierzu konnte auch der Landtagsabgeordnete Tobias Heilmann begrüßt werden. „Das letzte Jahr war im Wesentlichen von Wahlkämpfen für die Bundestags- und Landtagswahl geprägt und forderte den Verein immer wieder besonders heraus“, sagte die Vorsitzende Elke Flessenkämper.

Bei einigen Austritten habe man auch acht Neueintritte verzeichnen können, sodass der Ortsverein aktuell 90 Mitglieder zähle, betonte die Vorsitzende. „Bedingt durch die Bundes- und vorgezogene Landtagswahl im September und Oktober kann ich mit Fug und Recht sagen, dass das Wahljahr sehr anstrengend war“, resümierte Flessenkämper und bezog sich dabei auf die immer wieder stattfindenden Versammlungen auf Bezirks- und Landesebene, die stets alle Delegierten herausforderte. Besonders freute es die Parteimitglieder, dass die SPD die Direktmandate mit Hubertus Heil für den Bundestag sowie Tobias Heilmann und Philipp Raulfs für den Landtag, gewinnen konnte. Die Vorsitzende dankte allen Mitgliedern und freiwilligen Helfern für den gut organisierten Wahlkampf.

Zudem wies die Vorsitzende auf die nun bevorstehende Abstimmung über den Koalitionsvertrag der Partei auf Bundesebene hin, die bis zum 2. März abgeschlossen sein muss.

Kassenwartin Roswitha Dresen berichtete über einen soliden Kassenstand, der von Kassenprüfer Walter Jansen bestätigt wurde und zu einstimmiger Entlastung des Vorstandes führte. Für 40-jährige Mitgliedschaft konnte Walter Bischoff geehrt und ausgezeichnet werden. Hans-Heinrich Fromhage bekam als neues Mitglied in der SPD das Parteibuch überreicht.

Heilmann berichtete über seine ersten 90 Tage als Abgeordneter des Niedersächsischen Landtages. Dabei lobte Heilmann die gute Zusammenarbeit unter den Mitgliedern des Landtages und berichtete weiter, dass er im Haushaltsausschuss sowie auch im Landwirtschaftsausschuss seinen Platz gefunden habe. Ferner berichtete Heilmann vom nun eingerichteten Parteibüro im Steinweg 11 in Gifhorn und seiner Büroleiterin Alena Lilje aus Wettendorf. „Ich möchte nun für alle Bürger in der Region tätig sein und mich für ihre Belange einsetzen“, betonte der Ummeraner Heilmann und sagte weiter, dass er bereits viele Gespräche mit den Hauptverwaltungsbeamten, Verbänden und Institutionen geführt habe, um Problemfelder aufzugreifen und daran zu arbeiten.

Bezüglich der Mitgliederwerbung brachte Holger Schulz den Vorschlag ein, einen regelmäßigen politischen Stammtisch in der Samtgemeinde Wesendorf einzurichten, um über aktuelle Themen sprechen zu können. Der Vorschlag wurde befürwortet.

Ausführlich gingen die Sozialdemokraten auch auf den Koalitionsvertrag für die GroKo ein. Scharfe Kritik übten zahlreiche Parteimitglieder an dem Verhalten des Bundesvorstandes sowie auch an den kuriosen Entscheidungen des bisherigen Bundesvorsitzenden Martin Schulz. Von „Trauerspiel“, „Chaos“, „Armutszeugnis“ und anderen Begriffen bis hin zur „Ablösung des gesamten Bundesvorstands“ führten die Redebeiträge und machten deutlich, dass man sich von der Parteispitze abgehängt fühle. Dennoch, wurde abschließend empfohlen, dem Koalitionsvertrag zuzustimmen, um nicht noch weiter abzufallen. „Wir müssen uns in Zukunft wesentlich kritischer mit der großen Politik auseinandersetzen, als das bisher der Fall war“, sagte die Vorsitzende abschließend.

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