Anfänge eines Nestbaus am Küsterberg erkennbar

Teichgut: Storch stirbt Stromtod

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Erste Anfänge eines Nestes sind schon zu erkennen: Ein Weißstorch ist auf einem Strommast am Küsterberg in Teichgut ums Leben gekommen. 

Teichgut – Durch einen Stromschlag kam jüngst ein Weißstorch in Teichgut ums Leben, wie Hans Jürgen Behrmann, ehrenamtlicher Weißstorchbetreuer für die Kreise Celle und Gifhorn, im IK-Gespräch berichtete.

Unter einem Abspannmast am Küsterberg wurde das tote Tier aufgefunden. „Reichhaltige Kotspuren lassen darauf schließen, dass der Storch diesen Stadtort häufig aufgesucht hat“, so Behrmann. „Außerdem sind Anfänge eines Nestbaus zu erkennen.“

Und die könnten den Stromtod des Weißstorchs ausgelöst haben, vermutet Behrmann. Dabei stützt er sich auf die Aussagen seines Kollegen Georg Fiedler von der AG Stromtod. „Solange der Storch auf dem Mastkopf stand – wo auch Bekotung erkennbar ist –, geschah nichts“, berichtete Behrmann. „Als aber der Storch Zweige zu verbauen versuchte, muss er die horizontalen Isolatoren überbrückt haben.“ Dadurch sei der Strom aus dem Leitungsdraht über den geerdet stehenden Storch durch den Gittermast in die Erde geflossen.

Problematisch seien die horizontalen Isolatoren: „Sie sind zu kurz und wurden, wie anderenorts auch, im Nachhinein verlängert“, so Behrmann. „Leider erfolgte die Verlängerung durch Metallstäbe, die ihrerseits aus leitendem Material bestehen.“ Rein technisch könnte zwar diese Isolatoren gegen sogenannte Langstabisolatoren austauschen, welche in gesamter Länge isolieren. „Aber das hätte einen Einfluss auf die Länge des Leitungsdrahtes und wäre sehr aufwendig“, führte Behrmann aus. Behrmann und Fiedler wollen sich diesbezüglich an die LSW wenden, ob nicht Abhilfe geschaffen werden könne. „Sie hat sich bisher in ähnlichen Fällen immer kooperativ gezeigt“, so Behrmann. „Generell ist die Zahl der Todesfälle an Strommasten oder -leitungen aufgrund von Sicherungsmaßnahmen der Stromunternehmen bei uns rückläufig“, sagte der Weißstorchbetreuer.

Schon seit mehr als zehn Jahren setzt die LSW bei kritischen Freilandleitungen auf Isolatoren und Abdeckungen für den Vogel- und Storchenschutz. Mehr als 1 Million Euro habe man dafür in Gänze investiert.

Nach dem Unfall in Teichgut werde man nach Absprache mit dem Storchenbetreuer zusätzlich einen Abweiser und eine Abdeckung installieren. Dafür wird die Stromzufuhr einmal unterbrochen werden müssen. Laut LSW-Sprecherin Birgit Wiechert geschieht dies in Absprache mit den betroffenen Haushalten, diese würden rechtzeitig über alles informiert. Der genaue Zeitpunkt steht noch nicht fest, das Ganze solle aber „demnächst geschehen“.

VON DENNIS KLÜTING

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