Nach Einbruch in Schönewörde: Besitzer warnen vor Gefährlichkeit der Tiere

Die Täter waren leichtsinnig

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Sie schauen ganz possierlich drein – mit den Straußen aus Schönewörde ist aber generell nicht zu spaßen. Ihre Krallen können tödlich sein.

Schönewörde. „Die müssen ganz schön mutig gewesen sein“, meint David Kröger – allerdings nicht vor lauter Bewunderung, sondern eher erstaunt mit einem leichten Entsetzen.

Kröger gehört zur Betreiberfamilie der Straußenfarm bei Schönewörde, die letzte Woche von Einbrechern heimgesucht wurde (wir berichteten). Dabei wurde eine Straußenhenne getötet und zum Abtransport vorbereitet.

Dass das dann nicht gelang, ist vor allem aufmerksamen Zeugen zu verdanken. Die Polizei war schnell vor Ort, allerdings ohne der Täter habhaft zu werden.

Und die Täter sind ein hohes Risiko eingegangen – womöglich, ohne sich dessen bewusst gewesen zu sein, wie Kröger meint: „Strauße sind alles andere als harmlos. Es sind Wildtiere, die sehr wehrhaft sind. Sogar für Löwen kann eine Konfrontation mit einem Strauß tödlich enden.“

Vater Karl-Heinz Kröger kann das bestätigen. „Vor allem der Hahn ist sehr aggressiv, wenn man in sein Revier eindringt. Er springt einem gegen die Brust, so dass man fällt, und dann hat man keine Chance mehr. Die scharfen Krallen an den Füßen der großen Tiere sind tödlich.“ Darüber kann das friedliche und bisweilen als „niedlich“ empfundene Aussehen der Tiere nicht hinwegtäuschen.

Zudem sind Strauße sehr schnell, sehr kräftig und wendig. Ein Wachhund ist daher völlig überflüssig. Die Täter haben also viel Glück gehabt, so die einhellige Meinung bei Krögers, die aufgrund des Leichtsinns der Täter „schockiert“ sind. Warnschilder weisen an dem sehr gut gesicherten Bereich auf die Gefahr hin. Der Familie geht es natürlich vor allem auch um die Gefahr, die für Unbefugte von den Tieren ausgehen kann.

Besonders ärgerlich für die Halter ist es unterdessen, dass eine der beiden Zuchthennen getötet wurde. Denn der Hahn und seine beiden Hennen sind eine eingeschworene Gemeinschaft. Hier eine neue Zuchthenne zu finden, wird schwierig, erklärt David Kröger. Die Täter dürften sich aber auch darüber keine Gedanken gemacht haben. Vielleicht, so wird spekuliert, war der Bereich der drei Zuchttiere auch leichter zu erreichen.

Dass es mehrere Täter gewesen sein müssen, ergibt sich aus dem Gewicht der Beute. Die getötete Henne wiegt rund 150 Kilogramm, zu schwer für einen Einzeltäter, sagt Davids Bruder Benjamin.

Die Polizei ermittelt nun gleich aufgrund mehrerer Delikte. Einbruchdiebstahl und Tierquälerei stehen ganz oben auf der Liste, denn die Henne ist nicht nur unbefugt, sondern auch unsachgemäß und nicht artgerecht getötet worden. „Das darf nicht jeder machen. Außerdem müssen die Tiere zuvor betäubt werden“, sagt Benjamin Kröger.

Das Motiv für die Straftat ist noch unklar, wenngleich es einen Verdacht gibt. „Da wollte sich jemand Fleisch für den Eigenbedarf besorgen“, glaubt David Kröger, der auch den finanziellen Schaden tragen muss. Das tote Tier muss entsorgt werden.

Auch offiziell hätten die Täter das tote Tier nicht weitergeben können. Nicht nur deswegen hofft die Familie, dass die Täter durch weitere Zeugenaussagen ermittelt werden können.

Von Burkhard Ohse

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