Ehepaar will gegen Wasserverband klagen:

Streit um Wasserrechnung in Betzhorn: Mehr als 6.487 Euro Nachzahlung

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Heinrich und Kirsten Wendt aus Betzhorn sind ratlos. Sie sollen eine sehr hohe Wasserrechnung bezahlen.

Betzhorn – Eine böse Überraschung gab es für das Ehepaar Heinrich und Kirsten Wendt aus Betzhorn. Die Wasserabrechnung aus dem ersten Quartal 2018 sorgte für blankes Entsetzen, In 79 Tagen sollen sie 3.757 Kubikmeter Wasser verbraucht haben.

Das bedeutet eine Nachzahlung von satten 6.487 Euro. Der durchschnittliche Wasserverbrauch pro Person liegt bei circa 55 Kubikmetern pro Person im Jahr. Eine offenbar unmögliche Zahl, die das Ehepaar ratlos zurück lässt.

„Als ich die Rechnung bekommen habe, dachte ich an einen Scherz“, erklärt Heinrich Wendt. Doch schnell wurde ihm klar, dass es sich um keine Verwechslung handelte. „Wie soll ein Zwei-Personen-Haushalt eine solche Menge Wasser verbrauchen?“, fragt sich auch Kirsten Wendt. „Mir kann keiner eine Antwort darauf geben. Das ist doch zum Verrücktwerden.“ Das Ehepaar ist wütend und ratlos zugleich. „Unsere Unterlagen liegen jetzt beim Anwalt. Ich werde diese Geschichte nicht einfach so hinnehmen“, macht Heinrich Wendt deutlich. „Wir sind bereit zu klagen. Wir haben lange genug auf Einsicht gehofft.“

Nicht ganz klar ist die Frage, um welchen Zeitraum es sich bei der Wasserabrechnung konkret handelt. So stehe auf der Rechnung der Familie die erste Quartalsabrechnung von 2018. Diese umfasst 79 Tage. Andreas Schmidt, Vorsitzender des Wasserverbandes Gifhorn, äußert sich auf IK-Nachfrage: „Im März 2018 wurde eine Kontrollablesung durch den Verband durchgeführt.“ Die gestellte Korrekturrechnung wies als Abrechnungszeitraum den 1. Januar 2018 bis 20. März 2018 aus. Er gibt zu, dass diese Zeitangabe irreführend sein könnte. „Das war zwar eine unglückliche Formulierung, aber Herr Wendt wusste, dass es nicht um 79 Tage, sondern um den 1. Januar 2017 bis zum 20. März 2018 ging.“

Schmidt erklärt, dass der letzte abgelesene Wasserstand von Ende 2015 stammt. „So kann die Menge genau genommen im Zeitraum des 1. Januar 2016 bis zum 20. März 2018 angefallen sein.“ Heinrich Wendt kann darüber nur mit dem Kopf schütteln. „Ich habe 2017 meine Lesekarte beim Wasserverband vor Ort abgegeben.“

Der Wasserzähler wurde im Rahmen der folgenden Untersuchungen einer unabhängigen Überprüfung unterzogen. Auffälligkeiten ließen sich nicht finden, der Zähler arbeitete korrekt. Der Wasserverband, so Schmidt, habe dadurch keine Anhaltspunkte, um an der Menge zu zweifeln. Seine Forderungen bestehen bis heute.

Fest steht: Der Streit um die Wasserzahlung wird weitergehen. Zu unterschiedlich sind die Standpunkte und zu verfahren ist die Situation.

Heinrich und Kirsten Wendt suchen nun andere Verbraucher, die ebenfalls von einer sehr hohen Wasserrechnung betroffen sind. Wer seit 2012 eine ihm unerklärliche Wasserrechnung vom Wasserverband Gifhorn bekommen hat, der kann sich unter der Telefonnummer (0 58 35) 12 44 bei Familie Wendt melden.

VON HILKE BENTES

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