Stinkt‘s oder stinkt‘s nicht?

Vom Holzschwellenwerk am Bahnhof Mahrenholz gehen unangenehme Gerüche aus, meint Waldeigentümer Karl Brockkötter. Ein Gutachten bescheinigt hingegen, dass die einschlägigen Grenzwerte eingehalten werden.Archivfoto: Thyssen-Krupp

Mahrenholz - Von André Pohlmann. Wenn er sich auf einem der Ansitze in seinem Wald im Kucksmoor zwischen Groß Oesingen und Steinhorst aufhält, fühlt sich Karl Brockkötter von unangenehmen Gerüchen belästigt. Ausgangspunkt der Düfte, die seiner Nase gar nicht gefallen, ist das Holzschwellenwerk der Firma Thyssen-Krupp an der B 4 am Bahnhof Mahrenholz.

Bei bestimmten Wetterlagen und Wind aus südöstlicher Richtung gehen von dort Gerüche aus, die es ihm an heißen Sommertagen zeitweise unmöglich machten, die Fenster seines Hauses auf dem im Wald an der Verbindungsstraße zwischen Steinhorst und dem Großen Kain gelegenen Hof Nickel nachts zu offen zu halten, erklärt Brockkötter im Gespräch mit dem IK. Öffentlich hatte er seine Beschwerde im August in einer Sitzung des Steinhorster Gemeinderates vorgetragen.

Dabei hat Thyssen-Krupp nach der Übernahme des Werkes in die Abgasbehandlung investiert. Die Abluft aus der Imprägnieranlage wird seitdem abgesaugt und hoch erhitzt, was die Gerüche eliminieren soll. In einem von neutraler Seite angefertigten Gutachten hat das Unternehmen zwischenzeitlich dokumentiert, dass von den Tränkekesseln keine wahrnehmbaren Gerüche mehr ausgehen.

Diese Bemühungen erkennt Brockkötter durchaus an: „Ich gebe unumwunden zu, dass ich sehr zufrieden damit bin, dass die Firma aktiv geworden ist.“ Doch ihn stören nach wie vor Dünste, die beim Öffnen der Imprägnieranlage ausströmen sowie die von den abgelagerten Hölzer ausgehenden Gerüche. Das von Brockkötter hinzugezogene Gewerbeaufsichtsamt in Braunschweig stellte auf Grundlage des eigens angefertigten Gutachtens fest, dass davon durchaus Gerüche ausgehen.

Allerdings bewegen sich diese laut eines Schreibens des Gewerbeaufsichtsamtes im Rahmen der gesetzlich erlaubten Werte. Beschwerden bei den Kommunen habe es außer Brockkötters bisher keine gegeben, erklärten sowohl Groß Oesingens Bürgermeister Friedhelm Dierks als auch Dieter Bieber, der Allgemeine Vertreter des Hankensbütteler Samtgemeindebürgermeisters auf Anfrage des IK. Auch bei Thyssen-Krupp gingen bisher keine weiteren Beschwerden ein. Das Unternehmen hat deshalb auch keine weiteren Maßnahmen zur Reduzierung der Gerüche geplant.

„Wir sind der festen Überzeugung, dass wir durch die unternommenen Schritte deutlich gemacht haben, dass uns auch die Beschwerde eines einzelnen wichtig ist“, erklärt Pressesprecher Stefan Ettwig auf IK-Anfrage. Dem Unternehmen sei daran gelegen, dass sich die Bewohner der Umgebung wohl fühlen und dass man ein offenen Ohr für die Anliegen der Nachbarn habe. Beschwerdeführer Brockkötter will sich damit jedoch nicht zufrieden geben. Er erwägt die Beauftragung eines Gegengutachtens, wenn die Gerüche, die ihn stören, nicht reduziert werden.

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