Viele Hunde in Wesendorf sind nicht angemeldet

Steuersünder auf vier Pfoten

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Die Gemeinde Wesendorf möchte die Hundesteuer anheben. Die Samtgemeindeverwaltung wünscht sich ein einheitliches Niveau. Ein Problem: In Wesendorf gibt es so manchen Bürger, der nicht gewillt ist, seinen Vierbeiner anzumelden.

Wesendorf. Für die besten Freunde des Menschen und ihre Besitzer könnte sich in Wesendorf einiges ändern.

Nicht nur will die Gemeinde ein Freilaufgelände am Hammerstein-Park einrichten, auch die Aufstellung zusätzlicher Müllbehälter für Hundekottüten wurde bei der jüngsten Gemeinderatssitzung diskutiert (das IK berichtete). Aber auch ein weiteres Thema wurde angeschnitten: eine Anhebung der Hundesteuer.

Denn die könnte durchaus bald beschlossen werden. „Die Samtgemeinde ist an uns mit der Anregung herangetreten, die Hundesteuern in der Samtgemeinde auf ein einheitliches Niveau zu bringen“, erklärte Bürgermeister Holger Schulz. Dies würde sich auf 36 Euro pro Jahr (für den ersten Hund) belaufen, wie es auch kürzlich in Groß Oesingen beschlossen wurde. „Darüber werden wir bei der nächsten Sitzung des Finanzausschusses sprechen“, kündigte Schulz an. Dabei stehe der finanzielle Aspekt nicht im Vordergrund, denn „bei der Hundesteuer handelt es sich um eine Lenkungssteuer.“

Jedoch scheinen nicht alle Bürger bereit zu sein, diese auch zu bezahlen. „In Wesendorf gibt es eine große Zahl nicht angemeldeter Hunde“, berichtete Schulz. Ihm seien schon „die haarsträubendsten Ausreden aufgetischt“ worden, wenn er in Wesendorf Hundebesitzer auf die fehlende Marke ihrer Vierbeiner angesprochen hatte. Dies scheine ein landesweites Phänomen zu sein: Schulz verwies auf die Differenz zwischen dem obligatorischen niedersächsischen Tiermelderegister mit 360 000 gemeldeten Hunden und dem freiwilligen Portal www.tasso.net, auf dem in Niedersachsen 577 000 Hunde registriert sind. Das Tiermelderegister ist seit fünf Jahren für Hundehalter verpflichtend und soll Aufschluss über die Gefährlichkeit von Hunden geben. Bleibt die Anmeldung aus, kann das als Ordnungswidrigkeit geahndet werden. Über das Portal www.tasso.de können dagegen entlaufene Hunde an ihre Besitzer zurückgeführt werden. „Die Differenz ist enorm“, sagte Schulz. „Und die Dunkelziffer ist vermutlich noch höher, es wird sicherlich eine ganze Reihe von Haltern geben, die ihre Hunde überhaupt nicht registriert haben.“ Die Ermittlungen solcher Hundehalter seien für die Gemeinde allerdings eine schwierige Aufgabe, die in keinem Verhältnis zu den zusätzlichen Steuereinnahmen stünde. „Sowas erfährt man meist über Nachbarn oder Bekannte“, so der Bürgermeister.

Von Dennis Klüting

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