Wesendorfer Offroad-Park öffnet seine fünf Kilometer lange Strecke für Reiter aus ganz Niedersachsen

Starke Pferde statt Pferdestärken

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Großen Spaß hatten Pferde und Reiter in den Wasserlöchern. Diese Erfrischung kam bei der sommerlichen Hitze vielen gerade recht.

Wesendorf. Pferdewiehern statt knatternden Motoren, eine Pferdestärke Leistung statt vieler Kilowattstunden. Am Wochenende ging es ökologisch-biologisch zu auf dem Offroad-Park.

Rund 160 Pferde und ihrer Reiter, zumeist Reiterinnen, aus ganz Niedersachsen und darüber hinaus nahmen den Wesendorfer Offroad-Park in Besitz und machten das, was sonst Fahrer von Quads, Motorrädern oder Geländewagen machen. Sie testeten sich aus.

So manches Pferd schaut skeptisch auf die Wippe. Nicht selten wurde dann doch ein seitlicher Ausstieg gewählt.

Etliche gewünschte Hindernisse waren geblieben, einige hatten die Organisatoren um Marco Lehner hinzugefügt. So lagen Matratzen auf dem Boden, waren Bälle und Schwimmtiere in den Wasserbecken, oder es gab eine massive Holzwippe. „Die Pferde können hier mit den Reitern auf einer fünf Kilometer langen Strecke alles Mögliche ausprobieren. Das stärkt das gegenseitige Vertrauen der Reiter und der Pferde“, erklärte Lehner.

Denn so manches Pferd schaute zunächst skeptisch ob des unbekannten Hindernisses und ließ sich nicht unbedingt auf alles ein. Besonders spanisch kam den Tieren die Wippe vor. Maximal ein Huf setzte so manches Pferd auf das Gerät, um dann doch wieder seitlich abzusteigen. Da mussten schon etliche Anläufe genommen werden, die Reiter zeigten sich geduldig.

Leichter war es zumeist bei den Wasserbecken und -löchern. Zwar zögerten auch hier manche Pferde, doch vorsichtig wurde dann ein Bein vor das andere gesetzt. Erfahrenere Pferde rauschten schließlich mit Volldampf durch das Wasser. So wurden mitunter sechs statt vier Füße nass.

„Bei diesen Übungen werden Muskeln und Sehnen beim Tier beansprucht, die sonst nicht so genutzt werden“, sagte Lehner. „So manches Pferd wird daher morgen Muskelkater haben. Das ist wie Yoga für Pferde.“ Allein das Verladen, die Anfahrt, das Ankommen, die vielen anderen Pferde waren für manch junges Tier schon eine erste Herausforderung. Um das Feeling zu vervollständigen, waren auch ein simuliertes Tor, eine Regendusche und anderes Turniertypische aufgebaut worden. „Es sind viele Führungspferde dabei, junge wie alte, die so auch an Turniere gewöhnt werden“ beschrieb Lehner das. Gedacht war die Strecke aber, wie er betonte, für jedes Pferd und für jeden Reitstil.

Etliche Reiter gingen in Gruppen durch den Parcours, manche Anfänger versuchten es zunächst alleine. Die Pferdefreunde zeigten sich begeistert von der Strecke, und augenscheinlich machte es auch den Tieren Spaß. „Ich war letztes Mal als Besucherin hier und bin heute mit meinem Pferd gekommen“, meinte eine Reiterin auf der Strecke. Am Ende kamen auch noch zwei Esel auf den Parcours. Die war nach den Regenfällen am Samstagnachmittag für den Sonntagmorgen sogar staubfrei.

Von Burkhard Ohse

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