Einwohner stellen bei der Informationsveranstaltung im Dorfkrug viele kritische Fragen / Technischer Fortschritt kommt

Skepsis gegenüber LTE in Wagenhoff

Der Funkmast bei Wagenhoff steht nur einen Kilometer weit entfernt, so dass eine gute Versorgung mit LTE möglich wäre.

Wagenhoff. „Sie bekommen nun super schnelles Internet“, begrüßte Vodafone-Mitarbeiter Jens Eschke die Bürger Wagenhoffs im Dorfkrug. Zum LTE -Informationsabend waren am Freitagabend zahlreiche Wagenhoffer gekommen, um die Vor- und Nachteile von LTE kennen zu lernen.

„Die Basis hier in Wagenhoff funktioniert bereits. Die Testphase ist angelaufen. Das wird von Ihnen sicherlich schon der eine oder andere registriert haben“, erläuterte Eschke. Bürgermeister Hartmut Bödecker freut sich über den technischen Fortschritt, der nun in Wagenhoff Einzug hält. Ein Vorteil sei, dass LTE heute auf dem Land, aber noch nicht in der Stadt zu finden sei.

Vodafone hatte für die Wagenhoffer Einwohner eine Präsentation erarbeitet, die Vorteile von LTE erklärte. Fotos: Scholz, privat

Das bedeute für die Gemeinden in ländlichen Regionen, dass sich Firmen wieder ansiedeln können und dass gerade auch Familien stärkeren Zulauf bekommen, weil gerade dort Internet sehr wichtig sei. Besonders die Wagenhoffer würden durch das schnellere Internet profitieren, denn „die Station steht nur einen Kilometer weit weg von Ihnen. Das heißt, dass sie direkt am Mast sitzen und so auf eine gute Versorgung hoffen können“, sagte der Vodafonsprecher und prophezeite: „Sie sind dann sechs mal schneller mit LTE als mit dem veralteten Breitband unterwegs. Sie geben eine Website ein und schon ist sie aufgerufen“. Die Wagenhoffer Bürger stehen dem aber noch skeptisch gegenüber. „In der Testphase konnte ich oftmals LTE nicht nutzen, weil mir angezeigt wurde, dass es nicht vorhanden sei“, jakte der Wagenhoffer Marcel Garms kritisch nach. Doch, so Eschke, sei das Ausnahme, weil man in der Testphase immer wieder auch daran arbeiten müsse. Ein kleiner Wermutstropfen sei da eher die Volumenbeschränkung. „Sie surfen mit Highspeedvolumen, aber sobald es aufgebraucht ist, werden sie runter gedrosselt“, erklärte der Vodafone-Mitarbeiter, denn „LTE ist nicht für die sogenannten ‘power user’ gedacht.“ Für Nutzer, die viel im Internet surfen und an Datenmengen herunterladen, sei also LTE nicht das Richtige.

Auf mehr als 55 Prozent der Fläche Deutschlands ist LTE als drahtloser Breitbandinternetzugang bereits verfügbar. Jetzt soll auch in Wagenhoff der technische Fortschritt gewagt werden.

Dafür müssen keine extra Kabel verlegt werden, denn LTE setzt auf Funk. Der bereits bestehende Mast wurde aufgerüstet. „Wir senden mit 800 Megahertz, denn damit liegt auch der Radius erhöht auf zehn Kilometern“, erläuterte Eschke. Vorteil sei auch, dass Nutzer LTE über verschiedene Kanäle verwenden. Der Sportverein Wagenhoff kann sich besonders freuen. Vodafone versorgt den Verein mit der mobilen Verbindung im ersten Jahr kostenlos. Das wissen die Vorsitzenden, Herbert Falk und Udo Bödecker besonders zu schätzen: „Bisher mussten wir die Spielberichtsbögen nach Spielende immer per Fax senden. Das geht jetzt bequemer. Auch für die Kommunikation unter den Vereinsmitgliedern ist LTE ein Fortschritt“, sagt Udo Bödecker.

Von Maike Scholz

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