Schönewörde: GDF Suez investiert in Öl-Suche / Drei neue Aktivitäten

Schwarzes Gold, schweres Gerät

Kamera ab: Das Erdöl-Unternehmen GDF Suez öffnete gestern die Absperrgitter eines Bohrgebietes in der Gemarkung Wahrenholz und gewährte auch einem Team vom NDR seltene Einblicke. Fotos: Scholz
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Kamera ab: Das Erdöl-Unternehmen GDF Suez öffnete gestern die Absperrgitter eines Bohrgebietes in der Gemarkung Wahrenholz und gewährte auch einem Team vom NDR seltene Einblicke. Fotos: Scholz

Schönewörde/Wahrenholz. „Eine Bohrung ist etwas ganz Besonderes“, sagt Jürgen Noltze, Destriktleiter des Ölunternehmens GDF Suez. So besonders, dass das Unternehmen gestern die Absperrgitter eines ihrer Bohrgebiete öffnete und einen seltenen Einblick gewährte.

Während noch in den letzten 30 Jahren nur sporadisch Bohrungen begonnen wurden, erlaubt es „jetzt der Ölpreis, wieder Geld in die Hand zu nehmen und nach Öl zu suchen“, erklärt Noltze.

Das sei auch der Grund für die drei neuen Aktivitäten im Feld Vorhop der Ölfirma. Bereits im vergangenen Dezember begann GDF Suez mit einer Ablenkungsbohrung zwischen Schönewörde und Neudorf-Platendorf (das IK berichtete). Am 20. Januar wurde mit den Gerätschaften zu einem neuen Platz in der Gemarkung Wahrenholz gewechselt.

35 Mitarbeiter sind derzeit auf einem Bohrplatz in der Gemarkung Wahrenholz im Einsatz.

Eine Woche dauerte es, den 30 Meter hohen Bohrturm samt Technik an neuer Stelle bei Wahrenholz aufzubauen. Wieder ist eine Ablenkungsbohrung vorgesehen. Das seit 2002 geschlossene Bohrloch wird reaktiviert, dann bis 800 Meter gebohrt. Danach wird die Bohrung abgelenkt und bis in 1500 Meter eine neue Bohrung vollzogen – für das Unternehmen eine produktionserhaltende Maßnahme. Ein neues Feld hingegen könnte in der Gemarkung Weißes Moor erschlossen werden. Ende Februar bis Anfang März soll dort nämlich eine Explorationsbohrung stattfinden.

18 000 Tonnen Öl wurden 2012 im Feld Vorhop gefördert. Zusammen mit dem Feld Vorhop-Knesebeck macht das eine Jahresfördermenge von 30 000 Tonnen. Gerne würde das Unternehmen die Leistungen ausbauen und hofft deswegen besonders auf den Fund im möglichen neuen Feld bei Weißes Moor. „Eine zukunftssichere Maßnahme für die Region“ nennt es Pressesprecher Stefan Brieske.

Inwiefern die Bürger der Samtgemeinde Wesendorf davon profitieren? „Die Ölförderung ist in der Region tief verwurzelt. Die heimische Rohstoffförderung macht uns unabhängig von Importen“, meint Noltze und zeigt auch auf: „Es ist auch wichtig für die Unternehmen, die mit uns arbeiten und leben.“ Er verweist auf die gute Zusammenarbeit mit Unternehmen der Region. Der Blick seines Kollegen Brieske schweift über das Gelände: „Erdöl sollten wir nicht nur als Kraftstoff sehen, sondern als wichtigen Rohstoff, dem wir in verschiedenen Formen ganz häufig im Alltag begegnen.“

Bohrturm, Spülpumpen und Stromgeneratoren: Schweres Gerät bewegt sich über den Platz. Wenn alles nach Plan läuft, dann hat in den gestrigen Nacht die Reaktivierung des Bohrloches begonnen. 35 Mitarbeiter sorgen dafür, dass sich im unterirdischen festen Gestein etwas bewegt.

Von Maike Scholz

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