Landkreis Gifhorn bekommt für schadstoffreduzierende Maßnahme Fördergelder von 440.000 Euro

Schwachgas für Wesendorfer Deponie

Die Deponie bei der Zentralen Entsorgungsanlage in Wesendorf war bis 2005 in Betrieb. Nun sollen mit einem Schwachgasverfahren die Methanemissionen verringert werden. Der Landkreis bekommt dafür Fördergelder über 440.000 Euro.

Gifhorn/Wesendorf. Seit 1983 wurde in der Deponie Wesendorf Hausmüll eingelagert – ein etwas über 20 Meter hoher Berg. Seit 2005 ist die Deponie stillgelegt, der Müllberg verrottet.

Da dieser Prozess in Einzelfälle über 100 Jahre dauern könnte, hat der Landkreis Gifhorn ein Konzept entwickelt, um die Abbauprozesse zu beschleunigen und zugleich auch noch Strom zu erzeugen.

Nun geht das Projekt in die zweite Phase, wie Torsten Möllenbernd von der Abteilung Abfallwirtschaft des Landkreises Gifhorn berichtete. Und für die bekommt der Landkreis sogar Fördergelder, auch ohne Stromerzeugung.

Nun soll auf der Deponie ein Schwachgasverfahren, das sogenannte „aerobe in situ Stabilisierungsverfahren“, eingesetzt werden, bei dem das austretende Deponiegas unschädlich gemacht werden soll. „Dieses ist mittlerweile deutlich energieärmer geworden, sodass sich die Stromgewinnung nicht mehr lohnt“, erklärte Möllenbernd. Bei diesem Verfahren werden 35 Brunnen vertikal in den Deponiekörper eingelassen und wechselseitig be- und entlüftet. Die dabei austretenden Deponiegase werden abgesaugt. Die Wirkungsweise ist vergleichbar mit der Kompostierung von Bioabfällen – mit dem Unterschied, dass Bioabfälle umgeschichtet werden können. Bei einem Deponiekörper ist dies natürlich nicht möglich, daher muss mit der technischen Anlage „vor Ort“ (in situ) nachgeholfen werden. „Man kann sich das wie einen Kubus vorstellen, bei dem das Gasgemisch dann bei über 1000 Grad durchgeblasen wird“, erklärte Möllenbernd. Dieses verfahren sei wissenschaftlich erprobt und würde die klimarelevanten Methanemissionen deutlich reduzieren.

Der Kreisausschuss hat in seiner Sitzung vom 8. August beschlossen, die entsprechenden Bauaufträge zu vergeben. Die Schaffung der nötigen Infrastruktur kostet rund 900.000 Euro. Der Landkreis erhält Fördermittel im Rahmen der Nationalen Klimaschutzinitiative zur Förderung von Klimaschutzprojekten in öffentlichen Einrichtungen in Höhe von 440.000 Euro. Noch in diesem Jahr soll die neue Infrastruktur geschaffen werden, 2019 könne die neue Anlage voraussichtlich in Betrieb genommen werden. Zwischen fünf und acht Jahre soll die Maßnahme dauern, in diesem Zug wird der Müllberg noch absacken, wie Landrat Dr. Andreas Ebel anmerkte. Anschließend wird die Deponie mit einer Endabdichtung versiegelt. Diese besteht aus einer besonders dicken Folie und einer Rekultivierungsschicht.

Von Dennis Klüting

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare zu diesem Artikel