Momentan beherbergt das Gebäude ein obdachloses Pärchen / Samtgemeinde sucht nach alternativer Unterbringung

Schönewörder Schule als Zufluchtsort

In der alten Grundschule in Schönewörde wird seit einem Schuljahr nicht mehr unterrichtet. Dort lebt derzeit ein obdachloses Pärchen. Archivfoto: Frankewitsch

Schönewörde. Kinderaugen strahlen vor Aufregung bei den Einschulungen im Kreis Gifhorn.

Bei Eltern und Einwohnern in Schönewörde kommt in dieser Zeit aber auch etwas Wehmut auf, denn die Grundschule Schönewörde wird seit vergangenem Schuljahr nicht mehr genutzt, um Kinder zu unterrichten. Das wird auch in Zukunft so bleiben.

Seither dient das Gebäude der Unterbringung von Obdachlosen. „Wir sind als Samtgemeinde und so als Ordnungsbehörde dafür verantwortlich, Obdachlose unterzubringen“, erklärt Gemeindedirektor Walter Penshorn. Das sei zunächst einmal der Grundsatz. „Manchmal kommt es vor, dass Menschen ihre Miete nicht mehr bezahlen können. Eins kommt zum Anderen: Der Gerichtsvollzieher pfändet, die Wohnung muss geräumt werden. Schwierig ist es natürlich, wenn Familien mit Kindern betroffen sind“, erklärt Penshorn.

Das Schulgebäude in Schönewörde ist Samtgemeinde-Eigentum und wurde so zur Notunterkunft. „Im Gebäude sind Wohnungen freigehalten. Sollte ein Fall von Obdachlosigkeit auftreten, können wir den Personen einzelne Zimmer zuweisen, in der Hoffnung, dass die Menschen wieder ein eigenes Zuhause finden“, sagt der Gemeindedirektor. Pro Quadratmeter muss von den Nutzern eine Gebühr entrichtet werden.

Zurzeit lebt in der Schönewörder Schule ein älteres Ehepaar. Doch auch das wird sich bald ändern. Die Gemeinde Schönewörde soll ihr Eigentum, die Grundschule, zurück erhalten. „1974 entstand die Samtgemeinde und man entschied sich, dass solche Bauten im Eigentum der jeweiligen Gemeinden bestehen bleiben sollten. Im Falle einer Nutzung könne die Samtgemeinde darüber auch verfügen. So übernahm die Samtgemeinde Wesendorf als Schulträger das Gebäude. Jetzt geht es an die Gemeinde zurück“, erläutert Penshorn den sich wandelnden Prozess.

Seit der Schulschließung im vergangenen Sommer wurde das Gebäude für ein Jahr vermietet. Seither ist dort eine Senioren- und Tagesbetreuung untergebracht. Doch wohin soll nun das ältere Paar?

„Wir suchen momentan nach anderen Möglichkeiten“, verrät Penshorn. Nach seinen Worten stehen dabei mehrere Varianten zur Verfügung: „Wohnungen könnten angemietet werden, Häuser gekauft oder gar neu gebaut werden. Wir arbeiten an einer Lösung“.

Von Maike Scholz

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare