Mehr mit 80 als mit 50 unterwegs

Schönewörde: Geschwindigkeitsmessungen über mehrere Wochen

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Immer noch deutlich zu schnell – aber nicht so sehr, wie ursprünglich befürchtet: Das ist die Bilanz von Bürgermeister Gerald Flohr für die mehrwöchige Geschwindigkeitsmessung an der L 286.

Schönewörde – Dass in Schönewörde Autofahrer auch mal länger und kräftiger den Fuß auf dem Gaspedal haben als erlaubt ist, hatte ja bereits eine Messung am Ortseingang aus Richtung Wahrenholz gezeigt (das IK berichtete).

Nun kam das Messgerät erneut zum Einsatz: diesmal aus der entgegengesetzten Richtung, von der Brücke über den Elbe-Seitenkanal her. Eigentlich hatte Bürgermeister Gerald Flohr mit ähnlich erschreckenden Werten im am anderen Ortsende gerechnet. Nun stellt sich heraus: Gerast wird durchaus, die Geschwindigkeiten sind allerdings nicht ganz so hoch wie aus Richtung Wahrenholz.

Seit dem 1. August wurde an der L 286 gemessen. „Anfangs lag dort noch Rollsplitt“, sagte Flohr. „Außerdem haben wir in der ersten Zeit die Anzeigetafel abgedeckt und verdeckt gemessen.“ Der Splitt habe durchaus zu einer Reduktion der Geschwindigkeit geführt. „Aber ob offen oder verdeckt gemessen wurde, hat keinen Unterschied gemacht“, sagte der Bürgermeister.

Vom 1. bis 5 August, als der Rollsplitt noch auf der Straße lag, betrug die Durchschnittsgeschwindigkeit 54 Stundenkilometer. Nachdem dieser beseitigt wurde, wurde im Schnitt Tempo 60 gemessen. Auf dem Splitt fiel auch die maximal gemessene Geschwindigkeit „geringer“ aus: Trotz der kleinen Steinchen auf der Fahrbahn war ein Raser mit 119 Sachen unterwegs. Auf der unbesplitteten Straße wurden in den einzelnen Messungszeiträumen gleich mehrere Fahrzeuge mit mehr als 150 Stundenkilometern erfasst, eines sogar mit 160.

Der jüngste Messungszeitraum erstrecke sich vom 12. bis zum 23. September. Insgesamt 14.453 wurden dabei gemessen. Der größte Teil von ihnen, 5.390, waren mit Tempo 60 in den Ort eingefahren, 4.373 mit Tempo 70. Es wurden allerdings mehr Fahrzeuge mit 80 Stundenkilometern (1.683) gemessen als mit den erlaubten 50 (1.457). 90 Sachen hatten 466 Fahrzeuge drauf, 327 fuhren 40.

„Die Auswertung hätte mit schlimmeren Ergebnissen ausfallen können“, befand Flohr. Nun hat die Gemeinde Schönewörde aber konkrete Werte statt subjektiver Empfindungen vorliegen. Es soll allerdings noch weitere Geschwindigkeitsmessungen geben, wie Flohr sagte. Einen Ort oder einen Zeitraum wollte der Bürgermeister jedoch nicht nennen.

VON DENNIS KLÜTING

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