„Wir müssen ein Auge darauf haben“

Schönewörde: Forderungen nach umfangreichen Kontrollen der Ölförderung

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Ölförderstellen im Fokus: Nachdem Wasseringenieur Bernd Ebeling Bodenproben in Schönewörde entnommen hat und analysieren ließ, werden nun Forderungen nach stärkeren Kontrollen laut. 

Schönewörde – Verschiedene Schadstoffe wiesen die Bodenproben auf, die Wasserbauingenieur Bernd Ebeling kürzlich aus einem Graben nahe der Ölstation Schönewörde entnommen hatte.

Die Analyse eines zertifizierten Labors ergab deutlich erhöhte Schadstoffwerte (das IK berichtete). Nun gibt es Forderungen für weiterführende Untersuchungen und stärkere Kontrollen.

Björn Völlmar aus dem Referat für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit des Landesamtes für Bergbau, Energie und Geologie (LBEG) erklärte: „Derzeit laufen entsprechende Untersuchungen im Umfeld der niedersächsischen Erdölförder- und Betriebsplätze.“ Dabei gehe es unter anderem um mögliche Belastungen von Böden oder Oberflächengewässern durch Schwermetalle und Kohlenwasserstoffe. Eine Überschreitung der Grenzwerte bestätigte Völlmar nach erster Sichtung der Laborergebnisse. „Eine detailliertere Bewertung ist jedoch aktuell noch nicht möglich. Dazu fehlen weitere Informationen“, so Völlmar. „Wir werden den Informationen nachgehen und im Umfeld des Betriebsplatzes voraussichtlich noch in dieser Woche selbst Boden- und Sedimentproben nehmen, anschließend im Labor analysieren lassen und bewerten.“

Sandra Finger, Leiterin der Unternehmenskommunikation bei Vermilion Energy erklärte: „Vermilion Energy nimmt den Schutz von Mensch und Umwelt sehr ernst und betrachtet diese im Rahmen der betrieblichen Aktivitäten als prioritär. Um diesem Anspruch im aktuellen Kontext in Schönewörde gerecht zu werden, ist es wichtig, die genaue Sachlage zu kennen und zu verstehen.“ Dafür benötige das Unternehmen den bodengutachterlichen Bericht, der Stand gestern noch nicht vorliege. „Sobald der Bericht des Bodengutachters mit den entsprechenden Fachdaten vorliegt, werden wir unter Hinzuziehen eines gesetzlich zertifizierten Bodengutachters Stellung beziehen“, so Finger.

Bürgermeister Gerald Flohr erklärte: „Bewerten kann ich die Lage aktuell schlecht, da müssen weitere Untersuchungen folgen.“ Er hatte das Schreiben Ebelings ebenfalls erhalten. „Wasser ist allerdings ein kostbares Gut, ohne machen wir es nicht lange. Da müssen wir ein Auge drauf haben.“

Kreistagsmitglied Christian Schroeder (Grüne) beschäftigt sich seit längerer Zeit kritisch mit den Konsequenzen der Ölförderung in der Umgebung. „Meine Frage ist: Wie wird mit diesen Ergebnissen umgegangen?“ Er hofft, dass großflächige Kontrollen an den alten Bohrplätzen folgen. „Denn da gibt es noch einige, die nicht betoniert, sondern lediglich geschottert sind.“ Es könne nicht Aufgabe einer Privatperson wie Ebeling sein, diese Kontrollen ehrenamtlich auf eigene Kosten vorzunehmen, Schroeder sieht den Wasserverband und das Umweltamt in der Pflicht. „Besonders vom Landkreis vermisse ich da deutlichere Worte“, so der Radener. „Denn es ist ganz schön beängstigend, was da an Schadstoffen gefunden wurde.“

Der Landkreis wollte auf IK-Anfrage kein Statement abgeben und verwies an die Zuständigkeit des LBEG.

VON DENNIS KLÜTING

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