Schwungvoller Auftakt zum 700-jährigen Jubiläum / Premiere für eigens gegründeten Kiebitz Chor

Schönewörde feiert wie eh und je

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Man merkte am Freitagabend deutlich: Das Herz von Marion Lau schlägt immer noch für Schönewörde. Die ehemalige Landrätin hatte dort vor 47 Jahren gewohnt. 

Schönewörde. Der Auftakt ist gemacht. Das 700-jährige Jubiläum ihres Ortes feierten die Schönewörder am Freitagabend fulminant – wie offensichtlich schon immer.

Denn das hatten Chronisten über den Ort herausgefunden. „Die Schönewörder wussten schon immer zu feiern“, sagten der ehemalige Bürgermeister Walter Bischoff und Schützenchef Peter Wilde, die Teile der Chronik vorlasen. Gefeiert wurde früher so sehr, dass die jeweiligen Landesherren mit Verordnungen Einhalt geboten und die Feierlichkeiten zeitlich reglementierten.

Der Schönewörder Spielmannszug trug seinen Teil zum Jubiläum mit Musik bei.

Nicht so war es an diesem Freitag, denn nach dem offiziellen Teil ging es mit der Rock- und Blues-Band Dead End munter weiter. Musik bestimmte auch vorher einen Großteil des Abends. Die gern gesehenen Musiker des Spielmannszuges aus Groß Oesingen, dazu der ortseigene Spielmannszug und der eigens gegründete Kiebitz Chor unterhielten wie auch die Sketch-Darsteller prächtig. Manfred Gades, Moderator und auch beim Kiebitz Chor dabei, führte durch den Abend. Ernst Salig aus Wahrenholz dirigierte die Kiebitze, die sich nach dem Wappenvogel des Ortes benannt haben, der am Freitag auch das Gemeindehaus bildlich dominierte.

Extra zum Jubiläum gegründet und das Wappentier im Namen: der Kiebitz Chor.

Salig hatte an die Anfänge des Laien-Chores nicht die besten Erinnerungen, was die Sangesqualität angeht, wie er mit Reimen sagte. „Ihre Schönheit, die ist kaum zu fassen, aber das Singen sollten sie lassen“, meinte er vor einem halben Jahr. Die Premiere des Chores mit einem Heimatlied, komponiert vom einstigen Dorflehrer Erich Thaeder, gelang dennoch. Das Publikum spendete eifrig Applaus. Eine Fortsetzung des Chores ist auch über das Jubiläumsjahr hinaus angedacht, so Gades.

Der Ort ist wohl noch erheblich älter als 700 Jahre. Doch bei der Ersterwähnung steht das Datum 22. September 1318 – als im Lehnsbuch des Herzogs Otto dem Milden von Braunschweig-Grubenhagen anlässlich der Hochzeit unter anderem Boldewinus von dem Knesebeck mit dem „Castrum Knisbek et Sconenworden“ belehnte. „Allerdings wird Schönewörde als Siedlung der jüngeren Rodeperiode zugerechnet. Und das ist der Zeitraum von 800 bis 1200“, erläuterte Wilde.

Seitdem stieg die Bevölkerung des Dorfes, allerdings nie über die 1000 Einwohner-Grenze – obwohl es dort lebenswert ist, wie die ehemalige Landrätin Marion Lau, die vor 47 Jahren nach Schönewörde zog, betonte. „Gemeinde heißt Gemeinschaft.“ Sie erinnerte an die früheren Zeiten, in denen man sich oft zu helfen wusste. „Mir ist nicht bange um die Zukunft. Wir haben Leben in der Bude“, lautete daher das folgerichtige Schlusswort von Bürgermeister Gerald Flohr.

Unter den Gästen am Freitag waren auch Landrat Dr. Andreas Ebel und Andreas Kuers als Kreisvorsitzender des Städte- und Gemeindebundes.

Von Burkhard Ohse

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