VDSL-Anbieter stellt Technik für Ortsteile Weißes Moor und Transvaal vor / Wahrenholz will gute Versorgung

Schnelles Surfen per Satelliten-Station

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Von der KVZ-Überbau-Technik können 144 bis 200 Teilnehmer profitieren. Dabei steht ein Provider an einem zentralen Ort in der Gemeinde. So können alle Einwohner das World Wide Web nutzen.

Weißes Moor. Eine Satelliten Kopfstation könnte die Lösung sein, um die weißen Flecken der Internetversorgung im Ortsteil Weißes Moor der Gemeinde Wahrenholz wie auch Transvaal zu füllen. Das ist jedenfalls der Vorschlag, den das Unternehmen Filiago anbietet.

Projektleiter Klaus Leckelt hat Einwohnern das Prinzip bei einer Informationsveranstaltung im Ortsteil Weißes Moor näher erläutert.

„Über diese Möglichkeit können ganze Ortsteile an das World Wide Web entweder über WLAN-Lösungen oder als KVZ-Überbau angeschlossen werden. Der Satelliten-Provider steht an einem ganz zentralen Ort in der Gemeinde und versorgt alle Einwohner“, erklärte Leckelt. Weiterhin bestehe die Möglichkeit hohen Breitbandbedarf für Hotspots an unterversorgten Orten zur Verfügung zu stellen. „Vom Aufbau einer solchen Satelliten-Kopfstation können 144 bis 200 Teilnehmer vor Ort profitieren“, informierte der Projektleiter.

Die Bereitstellung individueller Kundentarife sei speziell auf die Kundenstruktur vor Ort abgestimmt, zählte Leckelt einen von vielen Pluspunkten auf, die das Paket biete. „Kopfstationen sind subventionsfähig und können über die regional üblichen Förderprogramme der Länder und Kommunen gefördert werden“, hob Leckelt vor.

Das vorgestellte Konzept wirkte auf einen Zuhörer sehr positiv. „Diese Technik ist bestimmt ganz innovativ, um weiße Flecken abzudecken.“ Allerdings warf er die Frage in den Raum, ob nicht die Telekom verpflichtet sei, diese Aufgabe zu übernehmen. Mit einem deutlichen „Nein“ antwortete Projektleiter Leckelt.

René Weber von der Samtgemeinde Wesendorf verwies auf das Breitbandkompetenzzentrum Niedersachsen, das die Kommunen über Fördermöglichkeiten bei der Breitbandversorgung berät und zur Seite stehe.

„Die Samtgemeinde Wesendorf ist eine von vielen Gemeinden, die so viel abgerufen hat wie sonst keine im Landkreis Gifhorn. Dennoch machen wir etwas, um die unterversorgten Bereiche mit Internet zu versorgen“, betonte Weber.

Eine der entscheidenden Fragen, die viele Bürger stellten, war die nach den Kosten. Dazu erklärte Leckelt. „Die Investitionskosten für jeden Teilnehmer liegen bei 400 Euro.“ Er schränkte jedoch ein, dass in dem Paket keine Telefonie enthalten sei.

Zudem wies Leckelt auf die Voraussetzungen hin, damit Transvaal oder Weißes Moor auf diese Technik zurückgreifen können. „Mindestens 60 Prozent der Gemeinde bindet sich an. Für Transvaal wären 27 Anmeldungen und für Weißes Moor 43 notwendig, um die wirtschaftlichen Bedingungen zu haben.“

„Das ist keine Ideallösung“, lautete die Reaktion von Gaby Böger, die im Ortsteil Weißes Moor wohnt. Sie habe damit gerechnet, dass ein DSL-Kabel verlegt würde. „Wir haben drei Gigabyte und die sind schnell verbraucht.“ Ihr Mann Michael erkannte vor allem einen Nachteil an dem Angebot. „Man muss immer nachbestellen, um die volle Bandbreite zu erhalten.“ Die beiden surfen oft im Internet. „Seit Pfingsten geht aber gar nichts mehr. Und wir haben selten schnelles Internet“, zeigte sich Michael Böger empört.

Auch Andre Dunkel konnte sich nicht so recht mit der vorgestellten Lösung anfreunden. „Im Prinzip ist es nur eine Lösung, um Leuten das Geld aus der Tasche zu ziehen. Die Technik überzeugt mich nicht wirklich.“

Für Annegreth Laczny stellten sich im Anschluss der Präsentation mehr ungeklärte Fragen als Antworten. „Was ich mir vor allem wünsche, ist schnelles Internet. Das wäre toll.“

Wahrenholz Bürgermeisterin Friedhilde Evers sah in der Technik eine Möglichkeit, „einen Anschluss an das Internet zu bekommen“. „Ich will vor allem, dass die Einwohner vernünftig mit DSL versorgt werden und nicht schlechter gestellt sind als in der Stadt. Wir müssen uns um die Anwohner kümmern.“

Bis zum 30. September haben die Kommunen und Bürger Zeit, eine Entscheidung zu treffen. Bis zu dem Stichtag können sie sich beim Anbieter anmelden.

Von Volker Althoff

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