Vorfälle in Groß Oesingen häufen sich

Mit Schlägen bedroht: Eigentümer spricht über illegale Badebesuche im Königssee

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Mit dem Trecker am Königssee: Jugendliche nutzen die Radladerschaufel gerne mal, um von ihr ins Wasser zu springen. Doch eigentlich ist der Zutritt gar nicht erlaubt.

Groß Oesingen. Es ist heiß, das Thermometer steigt in Richtung 30 Grad-Marke und die Sonne knallt auf die Stirn. Dann sucht man dringend eine Abkühlung. Am besten natürlich auch noch kostenlos. Aber illegal ist sicher der falsche Weg. Noch dazu, wenn der ganze Müll liegengelassen wird.

Paul-Tobias König von der Paul König GmbH ist Eigentümer des Königssees in Groß Oesingen. Seit 1966 ist das Grundstück in Familienbesitz und wurde anfangs zum Sandabbau der Firma benutzt. Ende der 90er Jahre wurde dann der Abbau allmählich eingestellt, zum Jahrtausendwechsel dann die illegalen Badebesuche, die sich bis heute gehäuft haben, berichtet König.

Trotz Verbotsschildern, die alle 50 bis 100 Meter um den See aufgestellt wurden, lassen es sich die Menschen nicht nehmen und betreten das Gelände. Es sind aber nicht nur die Groß Oesinger Bürger selbst, die dort immer wieder gerne baden. Viele kommen auch von außerhalb. Die Kennzeichen der Autos, die zum Teil eine Durchfahrt für Anlieger und landwirtschaftliche Geräte erschweren, zeigen Hildesheim, Peine oder auch Celle. Manch einer fährt in seiner Freizeit auch mit einem Trecker an das Wasser, um von der Radladerschaufel ins Wasser zu springen.

Zudem wird der Müll oft nicht mitgenommen. Plastik, Handtücher, Glasflaschen und benutzte Windeln liegen im Sand verstreut. Probleme sieht König auch beim Benutzen von Einweggrills, die einen Herd für einen Waldbrand bietet. „Ich bin am Wochenende oft draußen, um den Müll wegzuräumen. Wenn man die Leute dann des Geländes verweisen will, wird einem mit Schlägen gedroht“, erzählt er. In den warmen Sommernächten wird es auch hin und wieder laut, alkoholisiert wird dort gefeiert. „Wenn da irgendetwas passiert, gibt es ein Versicherungsproblem“, weiß König. Der Landkreis Gifhorn weist daraufhin, dass die Verantwortung bei der Bevölkerung liegt, ob sie auch nicht überwachte Badestellen besuchen und Verbotsschilder missachten. Das widerrechtliche Betreten des Grundstücks könne durch den Eigentümer verfolgt werden.

Einen Zaun kann König um den See aber nicht errichten. „Der wird vom Landkreis nicht genehmigt, weil der See auch von den Wildtieren als Tränke genutzt wird. Zum anderen ist es auch eine Kostenfrage, einen drei bis vier Kilometer langen Zaun zu ziehen.“

Die Polizei fährt laut König sporadisch vorbei und schaut hin und wieder nach dem Rechten. Viel mehr, als die Bürger von dem Gelände zu verweisen, könne diese dann auch nicht tun. „Die sind knapp besetzt und haben auch anderes zu tun, das ist verständlich.“

Manuela Hahne, stellvertretende Sprecherin der Polizeiinspektion Gifhorn, bestätigt dies. „Wir sind oft voll belastet mit anderen Dingen, wie Unfällen oder zur Zeit mit den Schützenfesten. Das hat Priorität.“ Zudem sei das Personal knapp, insbesondere in den Sommermonaten, wenn die Urlaube anstehen und zusätzlich die Leute krank werden. „Wir sind zwar präventiv tätig, aber der Eigentümer muss grundsätzlich dafür sorgen, dass niemand das Gelände betritt.“

Von Ann-Cathrin Brey

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