„Fester Fahrplan wäre jetzt unseriös“

Samtgemeinde Wesendorf will Voraussetzungen für Ganztagsschulen schaffen

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Das ehemalige Bürgerhaus in Wahrenholz hat die Samtgemeinde gekauft. In dem an die Schule angrenzenden Gebäude findet momentan die Nachmittagsbetreuung statt, künftig soll es zur Mensa umgebaut werden.

Samtgemeinde Wesendorf – Die Einrichtung von Ganztagsschulen hat sich die Samtgemeinde Wesendorf auf ihre Fahne geschrieben. Der Weg dorthin ist allerdings noch lang, wie Samtgemeindebürgermeister René Weber im IK-Gespräch erklärte.

Wie lang genau? „Ein komplett fester Fahrplan wäre zu diesem Zeitpunkt unseriös, dazu spielen viel zu viele verschiedene Faktoren eine Rolle. “.

Samtgemeindebürgermeister René Weber.

Wichtigste Grundvoraussetzung für die Samtgemeinde ist die Sicherstellung eines warmen Mittagessens für die Schüler. „In Wesendorf können die Grundschüler die Mensa der Oberschule nutzen – und immer mehr nehmen das Angebot an“, sagte Weber. In Wahrenholz sei die Frage nach einer Mensa vergleichsweise einfach zu beantworten, da die Samtgemeinde das ehemalige Bürgerhaus gekauft hat. „Es muss aber natürlich entsprechend umgebaut werden“, so der Rathauschef. Mit dem Bau der Mensa in Groß Oesingen steht dort eine umfangreiche Maßnahme an, deren zeitlicher Ablauf sich nicht genau vorhersagen lasse. „In der Baubranche ist es nicht einfach, überhaupt Firmen zu finden, die für einen Auftrag Angebote abgeben“, führt Weber aus. „Die Auftragsbücher sind voll.“

Außerdem müssten die Schulen auch erst ein entsprechendes Konzept vorstellen, an einem solchen werde momentan gearbeitet. „Dann muss eine Ganztagsschule auch noch von der Landesschulbehörde genehmigt werden. Und dann stehen wir vor der Frage nach dem Personal.“ Denn für die Ganztagsschule würden weitere Lehrkräfte benötigt – die am Arbeitsmarkt schlicht nicht vorhanden seien.

Die Einrichtung von Ganztagsschulen hätte auch für das gemeinschaftliche Leben umfassende Konsequenzen, etwa in den Vereinen. „Die Jugendarbeit, beispielsweise in einer Kinderfeuerwehr, könnte dann ja nicht mehr vor 17 Uhr stattfinden, auch wenn die Betreuung am Nachmittag freiwillig ist“, sagte Weber. „Man muss wirklich darüber nachdenken: Wie soll das Leben der Kinder aussehen?“

VON DENNIS KLÜTING

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