Immer mehr Anforderungen

Runder Tisch Milch in Wahrenholz: Landwirte mit vielen Auflagen konfrontiert

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Gestern Vormittag fanden sich gut 40 Landwirte zum Runden Tisch Milch in Wahrenholz ein.

Wahrenholz – Der Einladung zum Runden Tisch Milch des Landvolk-Kreisverbandes Gifhorn-Wolfsburg waren gestern rund 40 Interessenten gefolgt. Sie wurden vom Vorsitzenden Joachim Zeidler begrüßt.

Er wünschte allen viel Mut und Kraft, um die künftigen Auflagen, die seitens des Gesetzgebers auf die Landwirte zukommen, zu bewältigen.

Landvolk-Geschäftsführer Klaus-Dieter Böse informierte über die Afrikanische Schweinepest, die von Polen aus auf Deutschland zukommen wird. Er merkte an, dass die Landwirte ihre Höfe vor Wildschweinen und anderen Wildtierarten schützen sollten. Jedes gefundene und verendete Wildtier müsse direkt den Behörden des Landkreises gemeldet werden. Er führte weiterhin aus, dass die Behörden sogenannte Pufferzonen im Umkreis des Fundortes von 30 Kilometern anordnen können und darüber hinaus auch Kerngebiete festlegen können, die nicht mehr betreten und beackert werden dürfen. Das könne zu folgenschweren finanziellen Verlusten bei Landwirten führen.

Seitens der entsprechenden Ministerien wurden auch schon Ausgleichszahlungen in ein Gesetzespaket geschnürt, das jedoch noch nicht endgültig beschlossen wurde. Einige Landwirte teilten mit, dass sie bereits Ertragsausfallversicherungen abgeschlossen hätten, um derartigen Fällen vorzubeugen. Eine lebhafte Diskussion machte erneut deutlich, dass sich die Landwirte im Falle des Auftretens der Schweinepest „im Regen“ stehen gelassen fühlen.

Der Referent des Landesbauernverbandes, Frank Feuerriegel, berichtete ausführlich über den aktuellen Stand auf dem Milchmarkt sowie die Änderungen beim „QM-Milch-Standard 2020“. Dabei hob Feuerriegel hervor, dass sich der Milchpreis in 2019 im Durchschnitt bei 0,32 Euro pro Liter Milch eingependelt habe. Trotz des guten Absatzes habe es zum Jahresende keine Preiserhöhung gegeben. Obwohl in Deutschland ein leichter Rückgang von 2,1 Prozent bei der Erzeugung und Anlieferung zu verzeichnen war, blieb die Produktion gegenüber 2018 gleich. Der extrem hohe Butterpreis sei gesunken und habe bei 3,72 bis 3,80 Euro pro Kilo gelegen. Der Referent hofft, dass das Niveau gehalten werden kann.

2019 war für die Milcherzeuger schwierig, weil durch die Trockenheit der vergangenen zwei Jahre Futter fehlte und zugekauft werden musste, Wölfe und Wildgänse sowie die Mäuseplage haben enorme Schäden angerichtet. In den kommenden Jahren würden in puncto Klimawandel und Umweltschutz immer höhere Anforderungen auf die Landwirte zukommen.

Die Änderungen beim „QM-Milch-Standard 2020“ werden den Landwirten zu schaffen machen. Kriterien wie antibiotikareduzierte Behandlung, Aufbewahrung von Arzneimitteln sowie das ordentliche Erscheinungsbild eines Betriebes würden zu weiteren Herausforderungen führen – die aber zu einer Verbesserung in der Kommunikation und beim Krisenmanagement führen sollen.

VON HANS-JÜRGEN OLLECH

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