Einige öffentliche Gelände sollen mit Zaun geschützt werden

Samtgemeinde Wesendorf: „Respekt vor Eigentum fehlt“

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Öffentliches Eigentum wird oft von Jugendlichen aus Frust und Langeweile zerstört.

Samtgemeinde Wesendorf. „Langeweile, Frust gegenüber der Gesellschaft und sich selbst“. Das sind laut Thomas Reuter, Gifhorns Polizeipressesprecher, die Gründe für Sachbeschädigungen an öffentlichem Eigentum.

Mit dieser Art von Vandalismus habe jede Samtgemeinde im Landkreis immer mal wieder zu kämpfen, da sei die Samtgemeinde Wesendorf keine Ausnahme. Im Vergleich zu anderen Orten sei die Samtgemeinde aber nicht „besonders auffällig“ und die Tendenz eher abnehmend. So sind im Zeitraum 1. Januar bis 23. Mai 2017 insgesamt 33 Sachbeschädigungen registriert worden. Davon 18 an öffentlichem Eigentum. Im gleichen Zeitraum in diesem Jahr sind es noch 17 Sachbeschädigungen, davon 9 an öffentlichen Plätzen. In der Regel seien für die Straftaten Jugendliche oder junge Erwachsene im Alter zwischen 14 und 21 verantwortlich, erzählt Reuter. Werden die Täter auf frischer Tat geschnappt oder ermittelt, erwartet die Jugendlichen meist eine Geldstrafe oder einen zivilrechtlichen Strafausgleich. Besonders tragisch findet der Polizeisprecher den Wandel der Moral. „Die Jugendlichen kennen bestimmte Werte nicht mehr. Sie kennen den Respekt vor fremdem Eigentum nicht.“

Das sieht auch Samtgemeindebürgermeister René Weber so. Es fehle zudem die Solidarität, die Täter zu stigmatisieren. „Ich merke immer wieder, die Leute gucken weg und trauen sich nicht denjenigen zur Anzeige zu bringen, der das allgemeine Hab und Gut angreift.“ Die Samtgemeinde hat deswegen zur Bekämpfung des Vandalismus Geld in den Haushalt aufgenommen. Zum Beispiel soll das Gelände der Oberschule Wesendorf durch einen Zaun geschützt werden. Auch eine Kameraüberwachung wird es möglicherweise geben, erklärt Weber. Schließlich werden die Schäden von den Steuergeldern bezahlt, sollten die Täter nicht gefasst werden. „Das kapieren die Leute anscheinend nicht. Öffentliches Eigentum gehört uns allen und letztendlich zahlen wir alle den Schaden.“ Eltern sollten deswegen ihren Kindern mehr Aufmerksamkeit in diesen Dingen entgegenbringen. Schließlich haben diese einen Erziehungsauftrag, denn Eltern haften nach wie vor für ihre Kinder und ein vorsätzlicher Sachschaden bezahlt auch keine Versicherung.

Polizeisprecher Reuter sieht dies genauso. Sollten die Eltern dann feststellen, dass ihre Kinder auf die schiefe Bahn geraten sind, sollte die Scheu überwunden und der Kontakt zur Polizei aufgenommen werden. Diese werde die Betroffenen beraten und an soziale Dienste vermitteln.

Von Ann-Cathrin Brey

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