Pastorin Christel Gades interpretiert „i.R.“ auf mehrere Arten

In Reichweite

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Pastorin Christel Gades schüttelt dieser Tage in Wahrenholz viele Hände zum Abschied – doch dem kirchlichen Leben will sie erhalten bleiben. Foto: Schuckart

Wahrenholz. Nach insgesamt 41 Jahren im Dienst der Verkündigung und Seelsorge geht Pastorin Christel Gades nun in den Ruhestand. Während der letzten vier Jahre hat sie mit großer Energie und gutem Anklang in der Kirchengemeinde Wahrenholz gewirkt.

Ein Glücksfall, so sagt sie, dass der dortige Pastor Lars-Uwe Kremer damals (2012) auf eine halbe Pfarrstelle ging. Durch mannigfache Vertretungsdienste war sie in Wahrenholz schon länger bekannt und geschätzt. So erlebte die Seelsorgerin auf ihrer letzten beruflichen Wegstrecke, wie sich ihr viele Türen zu den Häusern und Herzen öffneten. „Dafür bin ich sehr dankbar. Es war ein schönes, erfülltes, beglückendes berufliches Finale“, fasst sie selbst zusammen.

Nach 11 Jahren im übergemeindlichen Dienst in der Seniorenarbeit beim Diakonischen Werk Wolfsburg kehrte die Pastorin zurück in die Gemeindearbeit, die sie davor 25 Jahre in verschiedenen Gemeinden getan hatte. Ihre halbe Stelle als Klinikseelsorgerin am Klinikum Gifhorn behielt sie bei. Seit Anfang 2006 hat Pastorin Gades dort tausende Patienten besucht, Abendmahlsfeiern und Gottesdienste gehalten, mit Menschen gebetet und sie gesegnet. Sie hat den Wechsel der Krankenhausträger miterlebt und den Umzug in den Neubau. Auch wenn es ihr nicht an der Wiege gesungen wurde, dass sie diesen Weg beschreiten würde – ihr waren die Überzeugung und Freude, mit der sie ihren Beruf bis zuletzt ausgeübt hat, in jedem Gottesdienst und Gespräch, bei Taufen, Trauungen und auch Trauerfeiern deutlich spürbar.

„Auch nach dem Ruhestand bleibe ich Pastorin – mit dem Zusatz i. R.“, betont sie. Gern sei sie bereit, neben vielen anderen Dingen, die sie sich vorgenommen hat, Vertretungsdienste in der Nähe übernehmen. Schließlich könne i.R. anstatt „im Ruhestand“ auch „in Reichweite“ bedeuten. Gades wird weiter teilhaben am Geschehen in der Kirche, sind doch beide Töchter in ihre Fußstapfen als Pastorin getreten.

Der gewiss nicht immer leichte Schritt anderer Kollegen, im Ruhestand aus dem Pfarrhaus ausziehen zu müssen, bleibt Gades erspart. Sie wohnt seit 2001 mit ihrem Mann, dem ehemaligen Landesposaunenwart und zugleich Küfer- und Böttchermeister Heinrich Gades, in Knesebeck.

Wer ihr „auf Wiedersehen“ sagen möchte, ist eingeladen zu den letzten Gottesdiensten, die sie vor ihrem Ruhestand in Wahrenholz hält: am 1. Advent um 10 Uhr und am 31. Dezember um 18 Uhr.

Von Marion Schuckart

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