Experte bestätigt Wolfsangriff

Regelrechtes Massaker bei Groß Oesingen: Wölfe reißen 15 Schafe von Hobbyzüchter

Hobbyzüchter Hans-Jürgen Lübbe ist traurig angesichts des Wolfsrisses. 15 Tiere starben.
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Hobbyzüchter Hans-Jürgen Lübbe ist traurig angesichts des Wolfsrisses. 15 Tiere starben.

In der Nacht zu Freitag schlug scheinbar ein Wolfsrudel bei dem Hobbyzüchter Hans-Jürgen Lübbe an der Mühlenstraße in Groß Oesingen zu und richtete ein regelrechtes Massaker unter den Schafen an.

Groß Oesingen – Zwölf Lämmer, zwei Muttertiere und ein großer, kräftiger Bock, fielen dem Angriff der Wölfe zum Opfer.

Von den zwölf Lämmern, von denen die ältesten Tiere gerade einmal eine Woche alt und die jüngsten Tiere zwei Tage alt waren, wurden von dem Rudel fünf Lämmer über die Wiehe hinweg geschleppt, wie Spuren auf der Weide zeigen. Die Heidschnuckenherde von mehr als 20 Tieren weidet auf einer knapp ein Hektar großen Weidefläche direkt hinter dem Grundstück der Familie Lübbe in Richtung der Wiehe, wo sich ein Waldstück anschließt und somit den Wölfen beim Jagen Schutz bot.

„Bereits vor zwei Jahren war ein Wolfsriss in der Herde zu verzeichnen“, sagte Hans-Jürgen Lübbe. Dieser neue Angriff mache den Hobbyzüchter besonders traurig: schließlich handele es sich um den Nachwuchs der Herde und auch der große, gesunde Bock sei dem Jagdtrieb der Wölfe zum Opfer gefallen. Lübbe beziffert den Schaden mit mehr als 1600 Euro.

Mit vor Ort war am Nachmittag auch der Schäfer und Wolfsberater Karl-Gustav Laser, der die gerissenen Tiere untersuchte und aufnahm. „Nachdem ich das eine, gerissene Muttertier genau untersucht habe, bleibt festzustellen, dass es sich um klare Wolfsrisse handelt“, sagte Laser. „Die Rissbilder, wie der Kehlbiss, das Aufbrechen des Tieres sowie auch das Abtrennen der Rippen bis zur Wirbelsäule, sind eindeutige Hinweise auf Wolfsrisse“, betonte der Wolfsexperte, der sich um die weiteren Maßnahmen kümmert.

Auch die Nachbarn waren entsetzt von der brutalen Tat und sagten, dass sie in der Nacht nichts davon mitbekommen haben. Ein weiterer Nachbar, der nur zwei Weideflächen weiter eine Schnuckenherde hält, hat im Laufe des Tages die Herde von dort weggeholt und auf einer anderen Weide untergebracht, um bei einem weiteren Wolfsangriff Schaden von der Herde abzuwenden. (oll)

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