Gemeinderat will Konzept für den ganzen Ort

Und plötzlich: Wunsch nach Tempo 30 für Groß Oesingen

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Für Groß Oesingen soll ein Gesamtkonzept in Sachen Verkehr her: Das beschloss der Gemeinderat am Dienstag mit einer knappen Mehrheit.

Groß Oesingen – Als einige Bürger ihren Wunsch von einer Tempo 30-Zone in Groß Oesingen westlich der B 4 bei Bürgermeister Jürgen Schulze vortrugen, ergriff Schulze „Eigeninitiative“, wie er dem Groß Oesinger Gemeinderat in der Sitzung am Dienstagabend berichtete.

Er besorgte sich ein paar Schilder und stellte sie auf.

„Viele Navigationsgeräte zeigen in Groß Oesingen sowieso schon Tempo 30 an“, sagte Schulze. Er wollte die Reaktion testen, wenn dort plötzlich wirklich Tempo 30 ausgeschildert wäre. Gesagt, getan. Das Problem: Dafür gab es keine Genehmigung seitens des Landkreises Gifhorn. „Das ging ganz schnell bei Facebook rum“, sagte der Bürgermeister. „Und auf einmal kennen da alle die Vorschriften.“ Die Schilder habe er nur testweise aufgestellt, betonte Schulze.

Dieser Alleingang stieß nicht bei allen Mitgliedern des Gemeinderats auf Zustimmung. Nathalie Harms kritisierte: „Ich wurde von Bürgern auf die Schilder angesprochen und fand es ziemlich peinlich, dass ich gar nicht Bescheid wusste. Das war so nicht in Ordnung.“ Bernd Kahle stärkte Schulze den Rücken: „Kaum setzt jemand mal was um, ist es auch schon wieder verkehrt.“ Ewald Heers versuchte, die Wogen zu glätten: „Wir sollten uns jetzt damit befassen, ob wir eine Tempo 30-Zone westlich der B 4 wollen.

Dann sollten wir einen entsprechenden Antrag beim Landkreis stellen – denn es heißt ja nicht automatisch, dass wir die so auch bekommen.“ Heers schlug vor, Tempo 30 in allen Wohngebieten zu beantragen. Rolf Malzahn wandte ein: „Auf der anderen Seite der B 4 gibt es ähnliche Situationen. Wir können nicht für die eine Seite Tempo 30 beantragen und für die andere nicht. Wir brauchen ein schlüssiges Gesamtkonzept für den ganzen Ort.“ Außerdem fand auch er die Vorgehensweise „nicht prickelnd“. Marion Gertken und Mathias Buhr schlossen sich dem Wunsch nach einem Gesamtkonzept an. Dieter Rieken befand weitläufige Tempo 30-Zonen ebenfalls für sehr gut. „Die großen Schlepper fahren heute alle Tempo 50. Das sind ganz schöne Geschosse, wenn die einem so entgegenkommen.“

Samtgemeindebürgermeister René Weber, der der Versammlung beiwohnte, erklärte, dass es seit 2004 einfacher sei, Tempo 30-Zonen genehmigt zu bekommen. „Lasst den westlichen Teil aber nicht unnötig warten“, riet Weber.

Der Gemeinderat beschloss am Dienstag mit einer knappen Mehrheit (5:4), die Einrichtung einer Tempo 30-Zone westlich der B 4 von der Tagesordnung zu nehmen und in der kommenden Sitzung ein Gesamtkonzept auf den Weg zu bringen.

VON DENNIS KLÜTING

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