Proben unter Grenzwert / Grüne zurückhaltend

Ölförderung in Schönewörde: „Sehe das als Momentaufnahme“

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In der Nähe des Vermilion-Betriebsplatzes in Schönewörde hatte das LBEG Bodenproben entnommen. Die ermittelten Schadstoffwerte lagen unterhalb der zulässigen Grenzwerte.

Schönewörde – Die Ergebnisse der Bodenproben, die das Landesamt für Bergbau, Energie und Geologie in der Nähe des Vermillion-Betriebsplatzes bei Schönewörde entnommen hatte, sorgen bei der Bürgerinitiative (BI) „Öl im Isenhagener Land“ für Überraschung.

Denn, anders als befürchtet, haben alle entnommenen Proben die gesetzlichen Grenzwerte unterschritten.

„Es ist natürlich nicht sicher, wie die Situation beispielsweise nach einem Gewitter aussieht, wenn Regen mögliche Schadstoffe in den Boden spült“, erklärte Christian Schroeder von der BI. „Ich freue mich natürlich, dass die Grenzwerte unterschritten werden, gar keine Frage. Aber für mich ist das eine Momentaufnahme.“

Derweil hat der Landtag auf Antrag der Regierungsfraktionen von SPD und CDU konkrete Schritte beschlossen, mit denen der Vorrang des Gesundheits- und Trinkwasserschutzes vor der Erdgas- und Erdölförderung in Zukunft besser umgesetzt werden soll, wie der SPD-Abgeordnete Tobias Heilmann mitteilte. „Niedersachsen wird einen Gesetzentwurf in den Bundesrat einbringen, demzufolge künftig alle Erdgas- und Erdölbohrungen unabhängig von ihrer Fördermenge oder Tiefe einer Umweltverträglichkeitsprüfung unterzogen werden sollen.

Zu diesem wichtigen Schritt nach vorn hat der Landtag die Landesregierung aufgefordert“, erklärte der Ummeraner. Bis das Bundesrecht entsprechend geändert sei, gelte seit Montag dieser Woche eine Übergangsregelung für Wasserschutzgebiete. „In Wasserschutzgebieten haben wir in Niedersachsen seit dieser Woche eine De-Facto-Pflicht zur Umweltverträglichkeitsprüfung. Gerade die Leckagen im Sommer in der Samtgemeinde Hankensbüttel haben deutlich gemacht, wie wichtig der Schutz von Wasserschutzgebieten ist“, so Heilmann weiter.

Für Imke Byl, Landtagsabgeordnete der Grünen, ist das jedoch nur „ein Tropfen auf dem heißen Stein.“ Sie wünsche sich eine generelle Umweltverträglichkeitsprüfung, nicht nur in Wasserschutzgebieten. „Man kann keinem erklären, warum das nicht längst Pflicht ist“, so Byl. Der Gesetzesentwurf im Bundesrat sei außerdem nicht an eine Frist gebunden. „Das könnte bis zum Sankt Nimmerleinstag aufgeschoben werden“, so Byl.

Ferner müsse das bestehende Leitungsnetz reguliert werden. „Die Betreiber könnten ihre Leitungen beliebig lange im Boden lassen“, führt Byl aus. „Wo das endet, haben wir ja gesehen. Wir müssen eine Frist setzen, wie lange diese Leitungen verwendet werden dürfen.“

VON DENNIS KLÜTING

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