Oberschule für Wesendorf?

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Die Haupt- und Realschule Wesendorf könnte, wenn es nach dem Willen einiger Politiker und der Verwaltungsspitzgeht, zur Oberschule werden.

Wesendorf - Von André pohlmann. Die Haupt- und Realschule (HRS) Wesendorf könnte bald als Oberschule firmieren. Nachdem beide Fraktionen des Samtgemeinderates gemeinsam mit der Verwaltung Wesendorf im vergangenen Jahr als Standort für eine weitere Integrierten Gesamtschule (IGS) ins Spiel brachten, ist diese Option inzwischen in den Hintergrund gerückt. Dafür fehle derzeit die Zustimmung auf der Ebene des Landkreises, geben die Vorsitzenden beider Fraktionen im Samtgemeinderat unumwunden zu.

Eine weitere IGS scheint angesichts der Zahl von 500 Anmeldungen für 150 Plätze in der Sassenburg der Wunsch vieler Eltern zu sein, den seine Fraktion respektiere und ernst nehme, sagt der Vorsitzende der CDU-Fraktion Friedhelm Dierks im Gespräch mit dem IK. „Aber das ist wohl nicht umsetzbar.“

Die große Resonanz, die die im Sommer in der Sassenburg eröffnete IGS fand, führt auch SPD-Fraktionschef Siegfried Weiß ins Feld, doch man sei sich im Klaren, dass das im Moment nicht umsetzbar ist. „Klar, eine IGS wäre schön, aber man muss das Machbare nehmen“, sagt er. Mit der Kooperation der Haupt- und Realschulzweige sei die Europaschule im Grunde bereits eine Oberschule. Über ausreichend Räumlichkeiten einschließlich der für den Ganztagsbetrieb erforderlichen Mensa sowie weiterer Fachräume und Turnhallen verfüge man in Wesendorf ebenfalls. „Was andere noch brauchen, haben wir schon“, sagt der Sozialdemokrat. Wichtig sei, die vorhandenen Räumlichkeiten sinnvoll zu nutzen.

Im Wesendorfer Rathaus sei die Verwaltung dabei, entsprechende Beschlussfassungen vorzubereiten, erklärte Samtgemeindebürgermeister Walter Penshorn auf IK-Anfrage. „Verwaltungsseitig können wir uns das gut vorstellen. Ob die Politik den Weg mitgeht, muss sich noch zeigen“, so Verwaltungschef Penshorn. Die vom Land vorgegebenen Schülerzahlen erreiche man an der Haupt- und Realschule schon jetzt.

Allerdings soll die bestehende Bildungseinrichtung um einen gymnasialen Zweig erweitert und das Angebot auf eine Ganztagsschule ausgedehnt werden. Ob es in Wesendorf auch einen gymnasiale Oberstufe geben werde, sei später zu entscheiden, so Penshorn. Einen gymnasialen Zweig bis zur zehnten Klasse solle es aber „auf alle Fälle“ geben.

Auch der Rathauschef wirbt dafür, die in Wesendorf vorhandenen Kapazitäten sinnvoll zu nutzen. Investitionskosten, die andernorts, beispielsweise am Gymnasium in Hankensbüttel, notwendig werden, könne der Landkreis Gifhorn als Schulträger sparen, wenn Schüler in den bestehenden Schulen unterrichtet werden.

Zunächst ist jedoch die Politik in der Samtgemeinde Wesendorf am Zuge. Nach derzeitiger Planung solle bereits im ersten Quartal darüber entschieden werden, einen Antrag auf Einrichtung einer Oberschule zu stellen, erklärte Penshorn. Dabei will man die Schule von Anfang an in die Diskussion einbinden, erklärt CDU-Fraktionschef Dierks. Ein Konzept für eine Oberschule in Wesendorf wolle man gemeinsam mit Schulleiterin Ursula Kreft und dem Kollegium der HRS gemeinsam erarbeiten und verkünden.

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