Im November wird nachgemessen

Entlang der Ise zwischen Wahrenholz und Kästorf will die Wasserbehörde des Landkreises Gifhorn Überschwemmungsflächen ausweisen. Nach Einwendungen von Betroffenen sollen einzelne Punkte des Geländes vor Ort neu eingemessen werden.Archivfoto: Pohlmann

Wahrenholz/Gifhorn - Von André Pohlmann. Die zur Ausweisung als Überschwemmungsgebiet vorgesehenen Flächen entlang der Ise zwischen Wahrenholz und Kästorf werden an einzelnen Punkten noch einmal vor Ort überprüft. Voraussichtlich im November werde man vor Ort einzelne Geländepunkte noch einmal genau in Augenschein nehmen und die fraglichen Höhen neu ausmessen, erläuterte der Leiter der Wasserbehörde des Landkreises Gifhorn Otto Weichsler gestern auf Anfrage des IK.

„Uns ist ganz wichtig, die Bürger bei dem Verfahren mitzunehmen“, sagt Weichsler. Über die formalen Anforderungen des Verfahrens hinaus gebe man deshalb den Betroffenen Gelegenheit, beim Ortstermin dabei zu sein und im Gelände zu veranschaulichen. Die Information über die tatsächliche Geländehöhe und etwaige Abweichungen der Messungen von dem Kartenmaterial, auf dessen Grundlage das zur Ausweisung vorgesehene Gebiet umgrenzt wurde, können so unmittelbar weitergegeben werden.

Einwendungen gegen die geplante Überschwemmungsfläche hatten das Landvolk und die Landwirtschaftskammer sowie die Kommunen, aber auch einzelne Landwirte eingebracht. Ende September wurden die Stellungnahmen mit Vertretern der in dem Verfahren federführenden Wasserbehörde des Landkreises erörtert. Moniert wurde dabei zum Einen, dass die für die Berechnung der Hochwasserfläche angenommenen Höhenlinien überholt seien. Beispielsweise seien Wege zwischenzeitlich neu befestigt und erhöht worden, erläutert Horst Schevel vom Landvolk Gifhorn im Gespräch mit dem IK. Darüber hinaus fordere die Interessenvertretung der Landwirte, dass die Pflege des Flusslaufes in dem Verfahren geregelt werde.

Sandbänke, hereinfallende Äste und Bäume sowie Pflanzen am und im Gewässer spielten beim Hochwassergeschehen durchaus eine Rolle, meint Schevel. In Fragen der Gewässerunterhaltung verweist der Wasserbehörden-Chef Weichsler hingegen an die jährlich stattfindenden Gewässerschauen des Aller-Ohre-Verbandes. Dort können sowohl aus Sicht der Landwirtschaft als auch des Naturschutzes Bedenken geäußert werden, so Weichsler.

Beim Aller-Ohre-Verband begrüße man die Ausweisung von Überschwemmungsgebieten, sagt Geschäftsführer Jürgen-Hinrich Kohrs. Das Abstimmungsverfahren der auszuweisenden Flächen bewertet er positiv, auch wenn sein Verband oft zwischen die Fronten der Interessenvertreter von Hochwasserschutz einerseits und ökologischer Entwicklung der Gewässer andererseits gerate. „Wir versuchen beiden Seiten gerecht zu werden“, so Kohrs im Gespräch mit dem IK. Doch „den optimalen Weg wird es nicht geben.“

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