Erleichterung an Wesendorfer Grundschule: Kompromiss, „mit dem man arbeiten kann“

Noten und Berichte möglich

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Die Möglichkeit, auch in den 3. und 4. Klassen Berichtszeugnisse auszustellen, wurde an der Wesendorfer Grundschule am Lerchenberg umgehend wahrgenommen. Dies soll auch weiterhin möglich bleiben, zusätzlich sollen in der 4. Klasse Noten aber Pflicht werden.

Wesendorf. Die Wesendorfer Grundschule am Lerchenberg hat jahrelang an der Einführung von Berichtszeugnissen in den Klassen 3 und 4 gearbeitet. Der Vorstoß der Landesregierung, Notengebung verpflichtend zu machen, sorgte daher für Wirbel.

Nun scheinen sich die Wogen geglättet zu haben, ein Kompromiss steht in Aussicht.

So teilte Tanja Meister, stellvertretende Pressesprecherin des niedersächsischen Kultusministeriums, auf IK-Anfrage mit, dass die Berichtszeugnisse an den Grundschulen keineswegs abgeschafft werden. „Die Grundschulen, die sich für Zeugnisse in Form von Lernstandsberichten entscheiden, können im 3. Schuljahrgang und müssen im 4. Schuljahrgang zusätzlich zu den Lernstandsberichten Noten für das jeweilige Fach aufnehmen“, so Meister. „Ein Zeitplan für die Umsetzung wird gegenwärtig im Kultusministerium erarbeitet. Die Schulen werden anschließend entsprechend informiert.“

Jörg Bratz, Rektor der Grundschule am Lerchenberg, zeigte sich überrascht und erleichtert: „Das ist eine Lösung, über die wir auch schon nachgedacht haben. Ich hätte aber nicht gedacht, dass sie auch so umgesetzt wird.“ Eine Beeinträchtigung stelle die verpflichtende Notenvergabe dennoch dar. „Man läuft in Gefahr, dass viele Eltern nur noch auf die Note gucken und den Bericht dazu ignorieren. Denn das ist ja das, was sie kennen.“ Dennoch sei die angestrebte Regelung ein akzeptabler Kompromiss. „Damit kann man arbeiten“, sagte Bratz.

Seit 2016 haben die Grundschulen die Möglichkeit, in den Schuljahrgängen 3 und 4 statt Notenzeugnissen Berichtszeugnisse auszustellen. Die Grundschule am Lerchenberg hat von dieser Möglichkeit Gebrauch gemacht. Nun wurden erstmals Berichts-Halbjahreszeugnisse in der 3. und 4. Klasse ausgestellt. „Die Zeugnisse wurden gut aufgenommen, einen besonderen Redebedarf gab es nicht“, sagte Bratz, der aber positive Rückmeldungen bekommen hat.

Als die frischgewählte Landesregierung angekündigt hatte, Notengebung in der 4. Klasse obligatorisch zu machen, hatte der Rektor einen großen Rückschritt für die Wesendorfer Grundschule befürchtet. Denn seit gut zehn Jahren haben sich an der Einrichtung jahrgangsübergreifende Lehrmethoden bewährt, bei denen die Kinder mit individuellen Arbeitsplänen entsprechend ihrer Stärken und Schwächen lernen können. Eine pauschale Notengebung erwies sich allerdings als problematisch, weswegen die Möglichkeit, auch in den dritten und vierten Klassen Berichtszeugnisse auszustellen, umgehend genutzt wurde.

Von Dennis Klüting

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