Ehemalige Grundschule soll in Obhut von Schönewörde zurückgehen / Ausschuss berät über mehrere Lösungen

Neuer Bau für Obdachlose in Samtgemeinde?

Das ehemalige Schulgebäude in Schönewörde wird derzeit als Unterkunft für Obdachlose genutzt. Im nächsten Jahr soll der Komplex an die Gemeinde Schönewörde zurückgehen und anderweitig genutzt werden.
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Das ehemalige Schulgebäude in Schönewörde wird derzeit als Unterkunft für Obdachlose genutzt. Im nächsten Jahr soll der Komplex an die Gemeinde Schönewörde zurückgehen und anderweitig genutzt werden.

Schönewörde. „Wir brauchen einen Beschluss, um zu wissen, ob wir nun neu bauen oder ein Objekt anmieten“, zeigte Wesendorfs Samtgemeindebürgermeister Walter Penshorn auf der Sozialausschuss-Sitzung der Samtgemeinde ein klares Ziel auf.

Thema auf der Tagesordnung war das ehemalige Schulgebäude in Schönewörde. Dieses wird seit vergangenem Schuljahr nicht mehr genutzt, um Kinder zu unterrichten. Das wird auch in Zukunft so bleiben. Derzeit dient das Gebäude der Unterbringung von Obdachlosen (das IK berichtete).

Die Samtgemeinde erhält jährlich zwei bis drei Mitteilungen vom Amtsgericht über anstehende Zwangsräumungstermine. Betroffene sind dann häufig von Obdachlosigkeit bedroht. Vor allem bei Familien mit Kindern sei es wichtig, so Penshorn, eine schnelle und gute Lösung zu finden. Das Obergeschoss des ehemaligen Schulgebäudes ist eine solche Unterbringungsmöglichkeit.

Die Grundschule soll aber wieder an die Gemeinde zurückgegeben werden. „Das Schulgebäude ist im Eigentum von Schönewörde. Wir als Samtgemeinde haben einen Nutzungsvertrag. Dadurch trägt die Samtgemeinde momentan die Kosten“, erklärte Penshorn.

„Nun hat es Überlegungen gegeben, wie der Komplex auch anderweitig genutzt werden kann“, erklärte der Ausschussvorsitzende Rolf Malzahn. Deswegen stehen nun neue Fragen im Raum: Wohin mit den Obdachlosen in Zukunft? Soll die Samtgemeinde Räumlichkeiten anmieten oder neu bauen? Diese Fragen stellten sich auch die Ausschussmitglieder. „Es ist sehr schwierig, Räumlichkeiten anzumieten“, sagte Malzahn. Da stimmte ihm Penshorn zu: „Bei einem Mietverhältnis ist es auch schwierig, alle Anforderungen unter einen Hut zu bekommen. Die Räumlichkeiten müssen sowohl für Einzelpersonen als auch Familien ausreichen.“ Deswegen suche man derzeit nach einer Lösung.

Doch auch bei einem Neubau gebe es Schwierigkeiten. „Das Problem beginnt schon mit der Auswahl eines geeigneten Grundstückes“, zeigte Penshorn den Ausschussmitgliedern auf. Für einen möglichen Neubau wurde im Haushaltsplan für das Jahr 2013 eine Summe von 195 000 Euro beantragt.

Dies schließe auch Kosten für eine notwendige Einrichtung mit ein. Ein geeignetes Baugrundstück ist bisher nicht gefunden. Bis Mitte des kommenden Jahres soll eine Lösung erarbeitet werden, so dass die ehemalige Grundschule an die Gemeinde Schönewörde zurückgegeben werden kann.

Auch dort hatte man sich im Gemeinderat Anfang November bereits über eine alternative Nutzung des Schulgebäudes Gedanken gemacht. „Die Frage ist, was wir damit machen“, sagte der Bürgermeister von Schönewörde, Horst Schermer.

Es gebe mehrere Möglichkeiten: „Zum einen könnte das Gebäude für Wohnungen genutzt werden. Eine zweite Möglichkeit wäre ein Investor, der sich für das Gebäude interessiert. Eine dritte Variante wäre, das komplette Grundstück mit Haus zu veräußern“, erklärte der Bürgermeister den Ratsmitgliedern in Schönewörde.

All diese Fragen bleiben offen und zunächst auch ungeklärt, solange die ehemalige Schule nicht in die Obhut der Gemeinde Schönewörde zurückgegeben worden ist.

Von Maike Scholz

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