Bei Erfolgskonzept in Samtgemeinden Wesendorf und Meinersen ist Verstärkung gefragt

Neue Fahrer für Bürgerbusse im Isenhagener Land gesucht

Beide Bürgerbus-Vereine suchen nach neuen Fahrerinnen und Fahrern. Dafür warben Christian Jacobi (Kassenwart Bürgerbusverein Meinersen, vorne l.) und Herbert Pieper (Vorsitzender Bürgerbusverein Isenhagener Land, vorne r.) sowie die Sponsoren Dr. Patrick Kuchelmeister, Vorstand der Sparkasse Celle-Gifhorn-Wolfsburg, und Sybille Schönbach, Geschäftsführerin der LSW, gemeinsam mit Landrat Dr. Andreas Ebel.
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Beide Bürgerbus-Vereine suchen nach neuen Fahrerinnen und Fahrern. Dafür warben Christian Jacobi (Kassenwart Bürgerbusverein Meinersen, vorne l.) und Herbert Pieper (Vorsitzender Bürgerbusverein Isenhagener Land, vorne r.) sowie die Sponsoren Dr. Patrick Kuchelmeister, Vorstand der Sparkasse Celle-Gifhorn-Wolfsburg, und Sybille Schönbach, Geschäftsführerin der LSW, gemeinsam mit Landrat Dr. Andreas Ebel.

Wesendorf – „Die Bürgerbusse laufen gut und es gibt eine gute Nachfrage.“ Landrat Dr. Andreas Ebel zeigt sich mit den Bürgerbussen im Isenhagener Land und Meinersen zufrieden. „Aber das Ganze steht und fällt mit den Fahrern."

Genau diese Problematik besprachen Herbert Pieper, Vorsitzender des Bürgerbusvereins Isenhagener Land, und der Kassenwart des Bürgerbusvereines Meinersen, Christian Jacobi, im Rittersaal im Schloss Gifhorn. Daher soll eine Kampagne gestartet werden, um neue Fahrer zu finden.

Seit vier Jahren fährt der Bürgerbus im Isenhagener Land, zwei Jahre später folgte der Bürgerbus in der Samtgemeinde Meinersen. Ehrenamtliche Fahrerinnen und Fahrer befördern im Zwei-Schicht-System bis zu 250 Fahrgäste pro Woche durch die Orte der jeweiligen Samtgemeinde. Derzeit sind in beiden Vereinen je 18 Fahrerinnen und Fahrer registriert. Zusätzlich zu einem gewöhnlichen Führerschein wird noch ein Personenbeförderungsschein benötigt. Beide Vereine übernehmen die Kosten für den Test, bei dem Sehen, Hören und Reaktionsvermögen überprüft werden.

Viel wichtiger ist allerdings, genügend Ehrenamtliche zu finden, die den regelmäßigen Fahrplan bedienen können. „Wir sind deswegen dringend auf der Suche nach neuen Kolleginnen und Kollegen“, ruft Pieper auf. Jacobi ergänzt: „Jeder, der Lust und Zeit hat, ein paar Stunden im Monat dankbare Bürgerinnen und Bürger von A nach B zu bringen, ist herzlich eingeladen, sich bei uns zu melden.“

Besonders in Wesendorf sieht Pieper im nächsten Jahr ein Problem, denn nach fünf Jahren müssen die Fahrer die Ärztliche Untersuchung erneut bestehen. „Einige werden dies wohl nicht schaffen oder wollen aufgrund ihres Alters nicht mehr fahren.“ Eine vernünftige Entscheidung, doch es droht dann die Situation, dass Fahrer fehlen. Mit zehn Fahrern kann der Betrieb zwar aufrechterhalten werden. Aber Ziel sei eine faire und gleichmäßige Belastung, also zwei bis drei Schichten im Monat, so Pieper. Und sagt im Zuge dessen auch: „Das Fahren mit dem Bus ist kein Hexenwerk.“

Pieper, der auch selbst mehrmals im Monat am Steuer sitzt, wünscht sich besonders mehr Fahrerinnen. „Der Bus hat ein Automatikgetriebe und fährt sich sehr angenehm. Und die Garage auf dem Depot in Groß Oesingen ist sehr geräumig.“ Vor allem mache die Tätigkeit aber Spaß und man erlebe viele tolle Momente. Jacobi kann dies für die Samtgemeinde Meinersen ebenfalls bestätigen.

Für Ebel ist klar: „Die Bürgerbusse ergänzen den Fahrplan des öffentlichen Nahverkehres sinnvoll, indem sie abseits der Hauptrouten kleine Ortschaften miteinander verbinden und die Fahrgäste für kleines Geld unkompliziert ihre Besorgungen machen können. Ich danke allen Fahrerinnen und Fahrern, die seit Jahren sehr viel Freizeit in dieses Engagement stecken, das den Landkreis Gifhorn vorwärtsbringt.“

„Die Bürgerbusse stehen für einen gelebten gesellschaftlichen Zusammenhalt, wo der Mensch im Mittelpunkt steht“ , erläutert LSW-Geschäftsführerin Sybille Schönbach. „Ich zolle allen Beteiligten meinen Respekt, da sich ihre Arbeit besonders durch hohe soziale Kompetenz und Verantwortungsbewusstsein auszeichnet.“ Die LSW und die Sparkasse Celle-Gifhorn-Wolfsburg seien von Anfang an von diesem Vorhaben überzeugt gewesen und würden deshalb zu den zuverlässigen Förderern zählen.

Dr. Patrick Kuchelmeister, Vorstand der Sparkasse Celle-Gifhorn-Wolfsburg, ergänzt: „Die Bürgerbusse sind eine wertvolle Institution in den jeweiligen Ortschaften, weil sie direkt vor Ort die Menschen mobil machen. In Zeiten, in denen die Welt digitaler wird und nicht mehr in jedem Dorf die Dinge des täglichen Bedarfes zu erledigen sind, ist es umso wichtiger, dass wir alle Menschen mitnehmen.“

Eine Schicht bedeutet etwa fünf Stunden Fahrt im Bürgerbus. Pro Tag werden je nach Gebiet 200 bis 300 Kilometer zurückgelegt. Die Fahrzeiten sind montags bis freitags. Jeder ehrenamtliche Fahrer entscheidet selbstverständlich individuell und je nach eigenem Tagesrhythmus in Absprache mit den anderen Mitgliedern, wie oft er pro Monat eingesetzt wird. Je mehr Ehrenamtliche sich bereit erklären, desto weniger Zeit investiert jeder Einzelne, um den Fahrplan einzuhalten.

Die Bürgerinnen und Bürger aus dem Nordkreis können sich per E-Mail (bb-isenhagener-land@t-online.de) oder unter (05835) 1083 melden. Interessierte aus der und rund um die Samtgemeinde Meinersen erhalten per E-Mail an info@buergerbus-meinersen.de oder unter (05373) 6773 mehr Informationen rund um das Ehrenamt. VON MAX A. MORRISON

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