Bürgermeister prognostiziert Wegfall von Teilen der Einkommenssteuer / Neues Baugebiet soll Problem entgegenwirken

Nein zu Schallgutachten in Wagenhoff

Wo kann in Wagenhoff neues Bauland entstehen? Geplant war einst das Baugebiet „Hinter dem Dorfkrug II“. Archivfoto: Ohse

Wagenhoff. „Die Baulandausweisung läuft nicht wie geplant – es hakt etwas“, meinte der Wagenhoffer Bürgermeister Hartmut Bödecker in der Gemeinderatssitzung am Mittwochabend.

Doch Wagenhoff müsse an die Zukunft denken: „In 20 bis 25 Jahren werden wir mit 42 Prozent weniger Einkommenssteuer zu rechnen haben“, entnahm Bödecker dem Zensus. Das sei besorgniserregend – Handlungsbedarf bestehe, weil dann in Zukunft eine wichtige Einnahmequelle für den Wagenhoffer Haushalt fehle. „Deswegen sollten wir versuchen, Bauland im Norden Wagenhoffs auszuweisen“, erklärte der Bürgermeister den Ratsmitgliedern. Es handele sich dabei um den Bereich nahe des Wedelbergs, der Kreisstraße 7 und der Bundesstraße 4.

Dazu werde ein Schallgutachten benötigt. „Wir haben im Haushalt für räumliche Planung 9000 Euro eingestellt – eigentlich für unsere Nahversorgung, aber ich würde einen Teil davon gerne verwenden, um ein Gutachten durch ein Ingenieurbüro erstellen zu lassen“, regte er an. Zuvor hatte Bödecker erklärt, dass die Einkaufsmarktplanungen für Wagenhoff zunächst gestorben seien (siehe oberer Artikel).

Doch von den Ratsmitgliedern kam Kritik. „Wir hatten da schon einmal drüber gesprochen und das Vorhaben abgeschmettert – wegen der Lärm- und Geruchsbelästigung an der B 4 und dem Gewerbegebiet“, protestierte Ratsherr Henning Soltendieck (CDU).

Bödecker warf dagegen ein, dass es erst einmal nur darum gehe abzuklären, ob sich das Gebiet zum Bauen eigne. Zur Klärung möchte er 4000 bis 6000 Euro für das Gutachten in die Hand nehmen. „Wollen wir das machen? Ich halte das Gebiet für ungeeignet“, erklärte sich Soltendieck dagegen. Bisher, so sein Argument, sei die Gemeinde mit den Finanzen gut ausgekommen.

„Aber wir sollten auch an die Zukunft denken“, gab Carmen Rahmfeld zu Bedenken. Sie ist der Meinung, dass es nicht selbstverständlich ist, dass ein Zustand, der bisher für gut befunden wurde, auch in Zukunft weiter so Bestand habe.

Doch das Fazit des Rates: Die Gemeinde solle keinen Schnellschuss wagen und kein Geld für ein Gutachten verschwenden. Herbe Kritik wurde auch an der Vorgehensweise des Bürgermeisters geübt. Themen sollten zukünftig besser aufgearbeitet werden. So auch die Diskussion über zukünftige Baugebiete.

Der Beschluss für die Kostenübernahme des Gutachtens über ein Ingenieurbüro wurde mit fünf Nein-Stimmen, zwei Ja-Stimmen und einer Enthaltung abgelehnt.

Von Maike Scholz

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